Die steinerne Sitzbank unter Palmen am Ufer, auf der man mit Nichtstun ganze Stunden verbringen kann. Die in Rosa, Gelb und Terrakotta gefärbten Fassaden der auf dem Berghang des Monte Argentario errichteten Häuser, die das Abendlicht so sanft widerspiegeln. Die mit Pinien bewaldeten Hügel ringsherum. Und der kleine Yachthafen Porto Vecchio mit den auf den Wellen schaukelnden Booten...

Staunen und Nachdenken

Bis zu diesem Punkt liest sich meine Schilderung, als läge eine bunte Postkarte vor mir, die ich in Erinnerung an schöne Ferientage in Porto Santo Stefano aufbewahrt habe. Und so ist es auch!

Aber ich erinnere mich auch an den Schock, ja so muss ich das sagen, der mir widerfuhr, als ich zum ersten Mal erlebt habe, wie ein zunächst in weiter Ferne winzig erscheinendes Schiff sich der Bucht näherte, immer größer wurde, und nicht etwa draußen vor Anker ging, sondern als mehrstöckiger Koloss frech im winzigen Hafen festmachte. Diese protzigen Jachten vorwiegend russischer Oligarchen überragen selbst die vier- bis fünfstöckigen Häuser am Ufer und versperren die Sicht auf den hübschen Ort oder das Meer. Sicher, man bestaunt diese schwimmenden Ungetüme. Aber man ärgert sich auch. Sie stören ungemein, weil sie in ihrer Überdimension die Umgebung förmlich zusammenquetschen, erdrücken. Venedig und die riesigen Kreuzfahrtschiffe? Ein Déjà-vu! Pech hat derjenige Besucher, wenn während seines Aufenthalts gleich mehrere dieser Monsterjachten vor Porto Santo Stefano liegen. Das passiert. Zwar sind diese nach wenigen Tagen wieder verschwunden, doch das ist nur ein kleiner Trost. Dann atmet man förmlich auf, irgendwie erleichtert, und wird sich zugleich bewusst, wie die gesamten Folgen des Tourismus -auch der eigene Urlaub- diese kostbare Kultur- und Naturidylle um den Monte Argentario bedrohen. 

Badelust

Noch kann man im glasklaren Wasser schwimmen, schnorcheln und tauchen, wenn man eine der sauberen, aber steinig-sandigen  Badebuchten, die meistens unterhalb der Steilküsten liegen, erobert hat. Der Zugang zum Strand ist oft mit Kletterpartien verbunden, es geht über zerklüftete Felsen hinunter zum Wasser. Für kleinere Kinder und betagte Urlauber ist so ein Abstieg beschwerlich und gefährlich, aber Jugendliche und junggebliebene Erwachsene haben ihren Spaß dabei und machen es wie die Italiener selbst. Die bringen übrigens Proviant mit, denn nur wenige Buchten sind auch bewirtschaftet, und verbringen mit der Familie den ganzen Sonntag am Strand. Badeschuhe nicht vergessen! Darüber hinaus gibt es kleine, aber ebenfalls sehr charmante Stadtstrände.

Seefahrer auf Probe

Sehr zu empfehlen ist eine Bootspartie entlang der Küstenlinie. Man mietet im Fischerhafen Porto del Valle von Porto Santo Stefano oder in Porto Ercole, den beiden Hauptorten der Halbinsel Monte Argentario, ein Motorboot zu einem bezahlbaren Preis (für die kleineren Deckliner wird kein Motorbootführerschein verlangt, der ist erst ab 40 PS und wenn Sie sich weiter als 6 sm von der Küste entfernen, vorzuweisen) und tuckert gemütlich von Bucht zu Bucht. Wo es einem gefällt, geht man vor Anker, springt ins Meer, schwimmt an den Strand und nimmt ein Sonnenbad. Zurück auf dem Boot packt man das mitgebrachte Picknick aus und genießt die herrliche Aussicht. Ein wunderbarer Ferientag. Entschleunigung pur!

Organisierte ganztägige Bootsausflüge werden im Hafen angeboten. Der Käptn steuert die schönsten Stellen zum Baden und Schnorcheln an, zwischendurch gibt es was Leckeres zu essen und für den Spaß der Kinder ist auch gesorgt.

Für ambitionierte Taucher und Einsteiger machen mehrere Tauchschulen auf dem Monte Argentario passende Angebote und verleihen auch die entsprechende Ausrüstung.

Wer einen Ausflug zur ca. 30 km entfernten Insel Giglio unternehmen möchte, dem rate ich zur Fähre, die in der Hauptsaison mehrfach am Tag zwischen Porto Santo Stefano und Giglio verkehrt. Der Preis für eine einfache Überfahrt beträgt ca. € 15.00 , die Fahrt dauert ungefähr 1 Stunde. Mit der Fähre ist die Überfahrt viel gemütlicher als mit einem kleinen Boot, das bei unerwartet auftretendem Wind und höherem Wellengang auf dem offenen Meer unangenehm ins Rollen kommt...

Auch zur Naturschutzinsel Giannutri ist eine Fähre unterwegs.

urlaub in porto santo stefano

Mehr Meer in der Südtoskana

Die Existenz von Porto Santo Stefano ist ohne das Meer undenkbar. Bereits auf römischen Landkarten sind mehrere Häfen am Monte Argentario eingezeichnet, doch Porto Santo Stefano ist erst seit dem 14. Jh. dokumentiert, als der Hafen Marinestützpunkt der Republik Siena war. Zum Schutz vor Piraten wurden in der ersten Hälfte des 15. Jhs. mehrere Küstenwachtürme oben auf den Bergen der Halbinsel erbaut. Vom Torre Argentiera aus, in der Nähe von Porto Santo Stefano, hat man einen tollen Blick auf die massive Festung Fortezza spagnola oberhalb des Ortes, die zu Beginn des 17. Jhs. von den spanischen Besatzern errichtet wurde. Da diese das ehemalige Fischerdorf zum militärischen Stützpunkt und für ihre Handelsflotte ausbauten, wurde die Entwicklung zu einer mittelalterlichen Stadt angestoßen. Nach einer von zahlreichen Wechseln gekennzeichneten Herrschaft fiel Porto Santo Stefano 1860 dem italienischen Nationalstaat zu. Seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts ist der Tourismus der bedeutendste Wirtschaftszweig, die Fischerei ist nur noch ein Nebenerwerb. Der Aufstieg des Ortes in der Toskana und des Yachthafens, wo die Schiffe vornehmer Italiener liegen, ist übrigens einer Frau aus der berühmten Agnelli-Familie zu verdanken. Susanna Agnelli, die Schwester des Fiat-Magnaten, die sich zunächst eine Villa in Porto Santo Stefano bauen ließ, wurde später sogar Bürgermeisterin der Comune Monte Argentario.                    

Sollten Sie das Glück haben, sich rund um den 15. August in Porto Santo Stefano aufzuhalten, dann werden Sie die fröhlichen Feierlichkeiten rund um das historische Wettrudern, den Palio Marinaro dell’Argentario miterleben. Vier Boote treten gegeneinander an, jedes repräsentiert einen der vier Stadtteile. Der Legende nach erinnert das Bootsrennen an Fischer, die auf der Flucht vor Piraten um ihr Leben ruderten, um diesen zu entkommen.

Bummeln und Schlendern

Zum Einkaufen im großen Stil ist Porto Santo Stefano kaum geeignet. Shoppingqueen wird man hier garantiert nicht. An der Promenade gibt’s zwar Mode und allerlei Krimskrams, auch Souvenir-Geschäftchen fehlen nicht, und wenn man Bikini, Badehose oder Strandlatschen vergessen hat, wird man hier schon Irgendwas finden.

Viel interessanter ist der täglich stattfindende kleine Fischmarkt, wo eine gute Auswahl frischer Ware angeboten wird. Jeden Dienstagvormittag ist am Hafen Markttag. Obst, Gemüse, Kräuter, Backwaren und andere Lebensmittel werden zum Kauf angeboten. Man an findet auch Stände mit Haushaltswaren und Billig-Klamotten. Ehrlich gesagt, wenn Sie den Markt verpassen, ist das nichts, worüber Sie sich grämen müssten.

Hingegen sollten Sie auf keinen Fall einen Spaziergang durch die Altstadt ausfallen lassen. Hier ist Italien noch so, wie man es als deutscher Urlauber in den 50er Jahren kennengelernt hat. Nur ist es in den engen Gassen, die teilweise über Treppen den Hang hinaufführen, picobello sauber und aufgeräumt. Was uns heute so authentisch anmutet, ein altes Städtchen wie aus einem Guss, ist tatsächlich nach dem Zweiten Weltkrieg im borgo-Stil wieder aufgebaut worden. Am schönsten ist es hier abends, wenn nach der Siesta das Leben zurückkehrt und Menschen auf den Sträßchen unterwegs sind. Im öffentlichen Wohnzimmer der Stadt, auf dem großen zentralen Platz Piazzale dei Rioni, mitten auf der Uferpromenade, treffen sich bei Einbruch der Dämmerung junge und alte Einwohner zum Plausch, so wie es seit jeher Tradition in dörflichen Gemeinden ist. Dabei lässt man sich von den Touristen nicht stören, die die umliegenden Bars und Restaurants bevölkern.

Gönnen Sie sich vor dem Abendessen einen Aperitivo, nehmen Sie Platz an einem der vielen Tischchen im Freien. Blicken Sie aufs toskanisch Meer, auf die tanzenden Lichter der Nacht. Sie machen Ferien, Sie haben endlich Zeit!

Einige Restaurantempfehlungen in der toskanischen Hafenstadt:

 

Erfreulicherweise war die Nachfrage nach einem Urlaub im Sommer riesig und auch im Herbst gibt es in unserer Herzensregion nur noch wenige Lücken. Im September und Oktober können wir Ihnen noch ein paar Unterkünfte sowohl im Landesinneren als auch am Meer anbieten. Folgend haben wir eine kleine Übersicht an Ferienhäusern, Villen und Ferienwohnungen erstellt, die im Herbst/Winter 2022 im angegebenen Zeitraum noch zur Verfügung stehen - in allen Größen und Preiskategorien. Sie sind nach der Personenanzahl sortiert und vielleicht ist Ihr ganz persönliches Traumobjekt noch dabei. Bei allen Fragen stehen wir selbstverständlich immer gerne persönlich zur Verfügung. (Zusatz H = Hunde herzlich willkommen)

Ferienhaus Giulia für 2(+2) Personen, in Alleinlage ohne Pool in der Südtoskana , steht aktuell vom 17.09.22 zur Verfügung - Preis 615 €/Woche

Ferienwohnung Il Pino für 2(+2) Personen, auf einem Weingut in der Maremma. Sie ist momentan in folgenden Zeiträumen noch zu buchen: vom ab dem 30.09.22 - Preis ab 520 €/Woche - H

Feirienhaus Felice, in Alleinlage mit großem umzäunten Grundstück und Pool inmitten der Natur in der Maremma. Vom dem 17.09. - 01.10.22 verfügbar. - Preis ab 840 €/Woche - H

Ferienhaus Poderino Leccio für 4 Personen, es liegt auf einem Anwesen mit großem Gemeinschaftspool in der Südtoskana. Vom 17.09. - 01.10.22 steht es im Moment noch zur Verfügung. - Preis ab 440 €/Woche - H

Ferienwohnung Geranio für 4 Personen, die renovierte Wohnung liegt wundervoll mit Meerblick in Castiglione della Pescaia, bis zum Strand sind es nur wenige 100 m. Verfügbar ab dem 17.09.22 - Preis ab 640 €/Woche - H

Ferienhaus Mondo Felice für 4(+2) Personen, schönes Rustico mit privaten umzäunten Garten und Gemeinschaftspool. Aktuell noch frei in der Woche vom 08.10. - 15.10.22 - Preis 385 €/Woche - H

Ferienhäuser Massimo für 4(+2) Personen, 8 Ferienhäuschen auf einem Agriturismo in der Nähe des Meeres bei Castiglione della Pescaia mit Gemeinschaftspool - ab dem 04.09.22 verfügbar. Preis je nach Belegung und Zeit ab 480 €/Woche - H

Ferienhaus Ilaria für 4(+2), mit großem umzäunten Grundstück ohne Pool in der Nähe von Florenz - ab vom 28.09. - 15.10.22 frei. Preis ab 840 €/Woche - H

Ferienwohnungen auf einem traumhaften Weingut bei Florenz
La Torre ab 830 €/Woche
Cecchina für 4 Personen ab 860 €/Woche
Gli Archetti für 6 Personen ab 1005 €/Woche
Il Fienile für 6 Personen ab 1130 €/Woche

Ferienhaus Poderino Oliveto für 5 Personen, freistehendes Landhaus mit einem privaten Außenbereich und großem Gemeinschaftspool. Ab dem 10.09 - 28.09.22 und dem 05.10.22 noch frei. - Preis ab 535 €/Woche - H

Villa Ombrone für 6 Personen, luxuriöse Villa mit privatem Pool und Sauna in der Region um Grosseto. Sie ist aktuell frei ab 03.09.22 - Preis ab 2450 €/Woche - H

Ferienhaus Valle Castagneta für 6(+3) Personen, schönes Steinhaus in der Südtoskana mit großem Pool. Aktuell verfügbar ab dem 15.10.22- Preis ab 850 €/Woche - H

Villa Lupinaio für 8(+2) Personen, die tolle Villa in Alleinlage bietet ein großes Grundstück mit privatem Pool. Preis ab 1350 €/Woche - H

Villa Pietro für 8 Personen, wundervolle Villa im Chianti mit großem umzäunten Grundstück und privatem Pool. Sie steht momentan vom 24.09.22 noch zur Verfügung. - Preis 1700 €/Woche - H

Villa La Fornace für 8 Personen, tolles Anwesen im Süden der Toskana mit großem Grundstück und Infinity Pool. Freie Termine ab dem 17.09.22 - Preis ab 2100 €/Woche - H

Ferienhaus La Cantoniera für 8 Personen, wundervoll gelegen, oberhalb des Meeres von Porto Santo Stefano. Mit privatem Garten und kleinem Pool. Verfügbar ab dem 01.10.22 - Preis ab 1400 €/Woche - H

Ferienhaus Hermes für 11(+1) Personen, schönes Landhaus in Alleinlage mit großem umzäunten Garten und privaten Pool. Freie Termine: 17.09. - 08.10.22 - Preis ab 890 €/Woche - H

Villa di Francesco für 13 Personen, die luxuriöse Villa mit wundervollem Außenbereich und privatem Pool steht aktuell vom 03.09. - 01.10.22 zur Verfügung - Preis ab 2820 €/Woche - H
(Last Minute abzgl. 30 %)

Villa Vetrichina für 14 Personen, eine Traumvilla in einmaliger Lage. Sie ist sehr geschmackvoll eingerichtet und bietet eine außergewöhnliche Poollandschaft. Verfügbar vom 10.09. - 17.09.22, 02.10. - 10.10. und ab dem 24.10.22 - Preis ab 5775 €/Woche - H Auf Nachfrage auch für kleinere Gruppen.

Dieses ist eine kleine feine Auswahl, es gibt weitere tolle Möglichkeiten im Herbst und Winter in der Toskana und den umliegenden Regionen. Sprechen Sie uns gerne an.



Mal abgesehen von der weiß getünchten Windmühle, die mitten im seichten Wasser der Lagune steht und das bei Touristen so beliebte und deswegen schon millionenfach fotografierte Motiv ist. Jeder Reisebus stoppt an dieser Stelle im Westen der Stadt, an der Straße zum Monte Argentario im Süden der Toskana.

Fragen Sie mich nach Orbetello, dann fällt mir zuerst diese alte, aus spanischer Zeit stammende Mühle ein, die sich so malerisch im Wasser spiegelt. Bei Sonnenuntergang ist das glühende Bild ein Augenschmaus.

Freizeitvergnügen

Hätte Orbetello nicht die außergewöhnliche Lage auf einer Landzunge, die es mit der Halbinsel Monte Argentario, ganz im Süden der Toskana verbindet, dann wäre es gar nicht erwähnenswert. Mit dem mondänen Yachthafen und der schicken Promenade nahe gelegener Ferienorte wie Porto Santo Stefano oder Porto Ercole kann Orbetello nicht konkurrieren, aber ein Spaziergang durch die historische Altstadt lässt sich  zu einer angenehmen Shoppingtour ausdehnen. Zahlreiche kleine Geschäfte bieten Mode, Schuhe, Accessoires, Schmuck, italienisches Design und Kunsthandwerk an. Sucht man nach ansprechenden Mitbringseln, dann findet man hier garantiert das passende Souvenir. Bars, Pizzerien, Restaurants und Eisdielen laden drinnen und draußen zum Verweilen ein. Total relaxt sitzt man mit Capuccino e Cornetto (Kaffee und Croissant) an einem Tischchen mitten auf dem autofreien Corso Italia. Diese Haupteinkaufsstraße mit vielen Cafés ist populärer Treffpunkt für Einheimische und Touristen.

Im historischen Zentrum

Reist man mit dem Auto an, dann stellt man es am besten sofort auf dem Parkplatz beim erst Anfang des 19. Jhs. erbauten Lagunendamm ab und erkundet das verkehrsberuhigte Zentrum zu Fuß. Nach ein paar Schritten befindet man sich mitten im historischen Stadtkern, der deutlich von der spanischen Herrschaft im 16. Jh. geprägt ist. Sightseeing geht in Orbetello ganz entspannt! Erstens, weil das Zentrum so klein ist und zweitens, weil es nicht so viel zu sehen gibt. Da ist der im 14. Jh. errichtete Dom mit schlichtem gotischen Portal, die mächtige Stadtmauer und das dreigliedrige Stadttor aus dem 16. Jh. sowie der Palazzo di Spagna mit imposantem Glockenturm auf der Piazza di Due Mondi. Und am Verbindungsdamm zum Monte Argentario stehen noch die Reste der etruskischen Hafenmauer (4. Jh) aus gewaltigen Steinquadern. E basta!

Pinke Flamingos in der Toskana

Im späten Frühjahr und Sommer wird man ihnen nicht begegnen, doch im Herbst und Winter ist es garantiert, diese bizarren Wasservögel aus relativer Nähe bestaunen zu können. Vor allem im Dezember, so berichten ansässige Ornithologen, brüten hunderte rosa Flamingos in der Lagune von Orbetello. Vor annähernd dreißig Jahren tauchten einige der Vögel erstmals in der Lagune auf. Offensichtlich fühlen sie sich in diesem Sumpfgebiet wohl, Wasserqualität und Nahrungsangebot scheinen zu stimmen. Tierschützer vom italienischen World Wildlife Fund (WWF) sorgen dafür, dass die Flamingos beim Nestbau, dem Brüten und der Aufzucht ihres Nachwuchses weitgehend ungestört bleiben. Die beste Sicht hat man von den ornithologischen Beobachtungsposten aus, die der WWF auf Pfaden durch das Naturschutzgebiet errichtet hat. Geführte Wanderungen bringen Vogelliebhaber zu den Plätzen, die fürs Birdwatching besonders vielversprechend sind. Wer es bequemer haben möchte, der setze sich auf eine Bank an der Uferpromenade von Orbetello gegenüber dem Krankenhaus. Mit ein bisschen Geduld... erspäht man das rosa Gefieder! Glück gehabt!

Ja, James Bond war auch schon da! Auf der Suche nach spannenden Drehorten fanden  die Locationscouts das hübsche Städtchen Talamone an der maremmanischen Felsenküste, wo eine Szene für den Blockbuster `Ein Quantum Trost´ (2008) gefilmt wurde.  Der Blick aufs Meer von dem hoch oben auf einer Klippe thronenden Talamonaccio Turm, in dem der verbündete Agent Mathis residiert, ist tatsächlich noch spektakulärer als die rasante Filmhandlung.

Luxuriöse Aussichten

Sie müssen kein Leinwandheld sein, um sich in diesem ehemaligen Wachturm einzumieten, der zu einem exklusiven Feriendomizil mit sechs Schlafzimmern, Pool inklusive , ausgebaut wurde. Die Übernachtung kostet saisonbedingt zwischen € 1.000 und € 2.600 pro Tag, aber der Ausblick in die Ferne ist garantiert genauso schwindelerregend wie der Preis!

Überhaupt ist der nicht nur beim römischen Jet-Set beliebte Badeort deutlich teurer als andere in der Maremma. So zahlt man an dem berühmten Bagno delle Donne, der schroffen Strandbucht von Talamone, während der Hauptsaison ca. € 40,00 für zwei Liegen und einen Sonnenschirm. Meistens sind diese ohnehin ausgebucht, sodass man es sich auf den Felsen gemütlich macht. Trotzdem lohnt sich ein Besuch, denn das Wasser ist glasklar und man hat beim Schwimmen eine tolle Sicht auf die Burg, die im 13. Jh. von den Aldobrandeschi, dem mächtigsten Adelsgeschlecht in der Maremma, errichtet wurde.

talamone toskana

Nasses Vergnügen

Tauchen, Schnorcheln, Schwimmen oder ein Sprung von den Felsen ins blaue Wasser... kostet keinen Cent und ist ein prickelndes Vergnügen. Allerdings sollte man Badeschuhe tragen und Kinder beaufsichtigen. Einen Café an der Beachbar kann sich jeder leisten und nebenbei das dolce vita der überwiegend italienischen Strandbesucher studieren. Jedoch ist die enge Bucht im Juli und August fürchterlich überlaufen, dann ist frühmorgens und abends die beste Zeit für ein kühles Bad.

Sowieso ist Talamone begehrtes Ziel aller Wassersportler in der Südtoskana. Windsurfer, besonders Kitesurfer, finden hier ein ideales Revier. An dem südöstlich hinter dem eleganten Yachthafen gelegenen Sandstrand (sehr steinig!) befindet sich der auch für Anfänger geeignete Kitespot.  Hingegen ist der felsige Meeresgrund, auf der nördlichen Seite des Golfs unterhalb der Burg, ein Eldorado für Taucher.  

Touristenmagnet aus Stein

Die Hauptattraktion von Talamone ist immer noch die auch Rocca Sienese genannte mächtige Festungsanlage mit vier Türmen auf der steil zum Meer abfallenden Küste. Der Stadtstaat Siena baute die Anlage im 14. Jh. zur Verteidigung des darunterliegenden Hafens aus. Dieser existierte bereits in der Antike und war im Mittelalter wegen der herausragenden Lage auf der winzigen Halbinsel hart umkämpft. In der Mitte des 16. Jhs. übernahm Spanien die Herrschaft über Talamone und weitere toskanische Hafen- und Festungsstädte, um die Raubzüge nordafrikanischer Piraten sowie eine drohende Übernahme seitens der Osmanen abzuwehren. Zu dieser Zeit wurde die Burg nach spanischem Vorbild zu einem trutzigen Kastell für militärische Zwecke erweitert.

Genuss für die Augen und den Magen

Von der Burg aus genießt man ein fantastisches Panorama, das den Yachthafen und die Surfer, den Bagno delle Donne, den Monte Argentario sowie bei klarem Wetter die Inseln Elba, Giglio und Giannutri ins Blickfeld bringt. Hier oben erlebt man besonders stimmungsvolle Sonnenuntergänge in einer atemberaubenden Naturkulisse.

Noch romantischer wird der Sommerabend mit einem Glas Prosecco und einigen mitgebrachten Häppchen.

Wenn man aber bereits an Ferienfaulheit leidet oder schlichtweg das Picknick vergessen hat, dann sind es nur ein paar Schritte hinunter in die Gassen von Talamone, wo gemütliche Bars, Trattorien und Pizzerien Gäste willkommen heißen, ohne deren Urlaubsbudget auf unverschämte Art zu verschlingen. Wesentlich hochpreisiger, dafür  stylish und mit kulinarischem Niveau, sind die Restaurants in der Nähe des Yachthafens. Wenn man darauf aus ist, in der Nähe der Schönen und Reichen zu speisen, dann ist man hier `goldrichtig´. Und mit ein bisschen Glück sitzt am Tisch nebenan ein echter Promi!

Alles begann im Jahr 2000 in einer kleinen Grappa-Manufaktur in der Maremma-Region im Süden der Toskana … Dort hatten wir ein folgenreiches „primo appuntamento“, unser erstes Kennenlernen, mit einem Likör auf Grappa-Basis. „Hergestellt nach einem uralten Hausrezept“, wie uns der Inhaber verriet. Am Grappa kommt in der Toskana niemand vorbei. Dieser Tresterbrand wird im Ristorante ebenso serviert wie bei einheimischen Freunden zu Hause. Doch als Likör zeigt er sich gewöhnlich nicht. 

Über die Jahre haben wir viele außergewöhnliche Personen getroffen und unzählige regionale Produkte verkostet. Dennoch ist uns der herrliche Geschmack des Grappa-Likörs unverändert stark im Gedächtnis geblieben. So sehr, dass wir schließlich – fast eine Dekade später – entschieden, uns selbst an der Spirituosenherstellung zu versuchen. Diese ambitionierte Idee war allerdings nicht so leicht umzusetzen wie gedacht. Die ursprüngliche Grappalikör-Manufaktur gab es nicht mehr. Der Produzent war nicht aufzufinden, und das Rezept verschollen. 

senza nome likoer grappa

Monatelang experimentierten wir gemeinsam mit einer der renommiertesten Destillen der Maremma, um das Aroma unserer Erinnerungen zu rekonstruieren. Bis schließlich, nach vielen vergeblichen Versuchen, die letzte Note der Geschmackskomposition, herber Zimt, am richtigen Platz klang. 

Das Unmögliche war gelungen. Dem Hauch des Genusses wieder Leben eingehaucht; neue Flaschen befüllt. Senza nome – ohne Namen – war geboren.

Wir hoffen, dass das Herz und der flüchtige Zauber der Maremma Ihnen mit jedem Schluck so wunderschön auf der Zunge tanzen wird wie uns. 

Der Likör auf Grappa Basis wurde wie beschrieben im Süden der Toskana von Nannoni Grappe in Paganico produziert. Unser Produkt SENZA NOME ist ein Likör auf Grappa Basis - Rosa Canina/Hagebutte: (Grappa 60%, natürliche Aromen 20%, Zucker 20%), exklusiv hergestellt für Toscana Vacanza. Inhalt 500 ml - Alkohol 35%. Die 1. Edition umfasst eine limitierte Auflage von 180 Flaschen.
Der Preis pro Flasche liegt bei 39,90 € zzgl. Versand. Senden Sie uns bei Interesse gerne eine Nachricht über Kontakt. Der Verkauf erfolgt ausschließlich an Personen über 18 Jahren.

Im Schatten der historischen Architektur sucht man sich seinen Platz auf den Stufen des Doms oder einer der Caféterrassen und bestaunt ringsherum die Wucht der Geschichte. Einmalig! 

Prämiertes Gesamtkunstwerk in der Maremma

Obwohl die Stadt so klein ist, gibt es viel zu sehen. Kirchliches, Kriegerisches und nicht zuletzt Komisches! Diese Vielfalt der Vergangenheit, versammelt in Massa Marittima, hat der Touring Club Italia mit der Bandiera Arancione (orange Flagge) ausgezeichnet. Der authentische Erhaltungszustand des Städtchens sowie seine historischen und kulturellen Kostbarkeiten sind jedenfalls eine Reise wert!

Besuch der Altstadt

Das Herzstück der nahezu unverändert gebliebenen Città Vecchia, der Altstadt, ist der dreieckige Garibaldi Platz mit dem San Cerbone geweihten Dom im spätromanisch-gotischen Stil aus dem 13. Jh. Dieses erhabene, aber schlichte Bauwerk mit der hellen Fassade verdient eine nähere Betrachtung. Dafür muss man sich ein bisschen Zeit nehmen. Es lohnt sich!

Arkadenbögen und schmale Säulen mit korinthischen Kapitellen gliedern die Außenwände. Kunstgeschichtlich interessant sind die Reliefs über dem Hauptportal. Dargestellt sind Szenen aus dem Leben des heiligen Cerbone. Das etwas später entstandene obere Geschoss des Giebels zeigt bereits den Einfluss der Gotik. Aber die drei abschließenden schlanken Türmchen wurden erst, anders als vom Betrachter erwartet, zu Beginn des 20. Jhs. hinzugefügt. Und auch der Dachstuhl wurde später, im 17. Jh.,  aufgesetzt, vorher war das Gebäude nach oben offen.

Im Inneren wirft man einen Blick auf das schöne Rundfenster (14. Jh.) an der Portalwand. Daneben, im rechten Seitenschiff, steht ein reich verziertes Taufbecken aus Travertin aus dem Jahr 1267, der steinerne Tabernakel darüber entstand im 15. Jh. Mehrere Darstellungen der Madonna, in verschiedenen Epochen als Malerei und Skulptur ausgeführt, gehören zum Kirchenschatz. Das wertvollste Stück ist allerdings  der Sarkophag mit den Gebeinen des Heiligen, 1334 geschaffen. Die in den Stein geschnittenen figürlichen Reliefs zeigen Lebensstationen des Cerbone, darüber Abbildungen der Propheten.

Piazza Garibaldi

Verlässt man den Dom und steigt die Stufen des Podests hinab, auf dem das Kirchengebäude mit Campanile und Bischofspalast thronen, dann nimmt man das imposante Bauensemble wahr, das sich auf der Piazza Garibaldi versammelt hat. Rechts vom Dom der ehemalige Regierungspalast der weltlichen Herrscher, 1225 erbaut, als Massa Marittima zur freien Stadt wurde. An der Fassade sind die Wappen der sienesischen Stadtvögte sowie das schwarzweiße Stadtwappen angebracht. Heute befindet sich in dem Gebäude das archäologische Museum. Neben weiteren repräsentativen Palazzi fällt das Rathaus mit Zwillingsfenstern und Wappen auf. Ehemals war es das Wohnhaus der Machthaber, zu Beginn des 13. Jhs. erbaut. Gestalterisch in die herrschaftliche Fassade dieses Palazzo Comunale integriert ist der noch ältere Gefängnisturm, der Torre del Bargello (frei übersetzt: Polizeiturm) und ein weiteres Turmhaus. Was aussieht wie aus einem Guss, ist tatsächlich die Verschmelzung von drei Gebäuden.

Zu Recht zählt die Piazza Garibaldi mit den historischen Fassaden aus örtlichem Travertin zu den schönsten urbanen Plätzen in der Toskana. Einerseits präsentiert sich mittelalterliche Stadtkultur auf beeindruckende Weise. Ein Bilderbuch der Geschichte. Geniales Fotomotiv! Der Blick durch die zeitgenössische Linse verlockt dazu, die Vergangenheit zu romantisieren. Andererseits wird nirgendwo das Tauziehen innerhalb mittelalterlicher Machtverhältnisse deutlicher als hier, ablesbar an den jahrhundertealten Gebäuden auf diesem Platz. Kirche und Kommune in beständiger Konkurrenz.

Massa Marittima Piazza Garibaldi toskana

Kommerz gestern und heute

An der Piazza Garibaldi beginnt der Corso della Libertà, gesäumt von zahlreichen weiteren Adelspalästen aus dem Mittelalter. Im Erdgeschoss dieser Baudenkmäler sind Restaurants und Bars, Tante-Emma-Läden, Souveniershops und Modeboutiquen eingezogen. Die Geschäfte stören keineswegs die alte Pracht, vielmehr laden sie uns  Reisende zum Bummeln und Stöbern ein. Denn es besteht kein Zweifel, dass Massa Marittima nicht nur bei Touristen beliebt, sondern auf diese angewiesen ist, um zu überleben. Das war nicht immer so.

Vielmehr liegt der Ort mitten in der Hügelkette der Colline Metallifere (in etwa: Erzgebirge), wo seit der Antike Kupfer, Silber und Eisenerz abgebaut wurden. Den früheren Wohlstand, den die großartigen Paläste aus Stein bezeugen, verdankt die Stadt den reichen Bodenschätzen der Umgebung und dem florierenden Bergbau. Damit zog Massa Marittima den Neid benachbarter Städte auf sich. 1335 wurde der unabhängige Stadtstaat erst von Siena erobert, gut 200 Jahre später von Florenz. Auch weiterhin blieb Massa Marittima ein bedeutendes Wirtschaftszentrum der Maremma mit bis zu 10.000 Einwohnern um das Jahr 1300. Nachdem man die Malaria in den maremmanischen Sümpfen überwunden hatte, wurden die zwischenzeitlich stillgelegten Bergwerke um 1830 revitalisiert und blieben bis 1970 die Haupteinnahmequelle der Stadt. Inzwischen sind sie geschlossen. Zu unrentabel. Ein Stollen wurde zum Museum umfunktioniert. Heute ist der Tourismus der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Gegend.

Città Nuova – die Neustadt

Über die Via Moncini erreicht man das ehemalige Arme-Leute-Viertel Città Nuova, das höher als die Altstadt liegt. Hier wohnten früher vor allem die Bergarbeiter mit ihren Familien. Im Zentrum des mittelalterlichen Bezirks befindet sich die 1335 von den Sienesen errichtete Festung und vor der Porta alle Silici, durch die man hindurchgehen muss, die gewagte Brücke, die zum ältesten (1228), aussichtsreichen Torre del Candeliere (Glockenturm) hinaufführt. Der großartige Arco Senese, der kühne Bogen aus Stein, stammt von 1337, er verbindet die Bastion mit der Altstadt. Das anstrengende Hinaufklettern auf den Torre wird mit einer weiten Aussicht auf die grünen Hügel der Maremma belohnt. Wer nach dem Aufstieg eine Pause einlegen möchte, dem bietet sich das bei Einheimischen beliebte Café in dem nahegelegen Waffendepot an. Das Gebäude, im 15. Jh. erbaut, wird so genannt, weil es als Lager vor allem von Armbrüsten fungierte. Heutzutage ist in dem vielfach renovierten Gebäude das Museum für Geschichte und Kunst des Bergbaus untergebracht. Im Schatten der Loggien kann man wunderbar verschnaufen und sich eine italienische Kaffeespezialität gönnen. Danach besucht man das nur einige Schritte entfernt liegende Kloster Sant `Agostino mit schönem Kreuzgang und einer Sammlung kostbarer religiöser Kunstwerke.

Kulinarische Kuriosität

Nach soviel frommer Kirchenkunst ist ein visueller Ausgleich willkommen. In der Altstadt, direkt gegenüber dem bezahlpflichtigen Parkplatz, existiert ein seltsam anmutendes Wandgemälde, über das man sich wahrhaft göttlich amüsieren kann. Unter den Arkaden des Palazzo dell`Abbondanza, dem mittelalterlichen Kornspeicher, befindet sich die einstmals einzige öffentliche Brunnenanlage der Stadt. Das Gemäuer hinter den Wasserbecken ziert die frivole Darstellung eines Phallus-geschmückten Fruchtbarkeitsbaumes aus dem Jahr 1265. Im Mittelalter war dieses Symbolbild durchaus verbreitet und löste keinen Skandal aus, was man ja heute vermuten könnte. Einzigartig sind hingegen die beiden darauf abgebildeten jungen Frauen. Sie zanken und reißen sich gegenseitig an den Haaren im Streit um die besten Baumfrüchte. Wirklich komisch!

Zum Schluss des Spaziergangs durch das so reizvolle Städtchen kehrt man auf die wundervolle Piazza Garibaldi zurück und genießt im Abendsonnenschein noch ein Glas des DOC-zertifizierten Rotweins Monteregio di Massa Marittima. Ausgezeichnet!

Capalbio im Sommerhoch

An Sommerwochenenden herrscht Hochbetrieb in Capalbio, die Parkplätze sind dann ebenso rar wie ein Platz in einem der guten Lokale. Diese werden sogar von den wohlhabenden Römern geschätzt, bei denen es angesagt ist, hier ein Ferienhaus zu besitzen. Gelegentlich wird der Ort schon das „Wohnzimmer“ römischer Intellektueller genannt. Zudem lockt Capalbio jedes Jahr im Juli weitere Gäste an, darunter viele Kulturschaffende. Anfänger und Meister der Filmkunst treffen sich dann anlässlich des internationalen Capalbio-Kurzfilm-Festivals. Das von dem berühmten Regisseur Michelangelo Antonioni gegründete Filmfest feierte im Jahr 2021 bereits seine 23. Ausgabe. Und auch die Reisegruppen, die den nur wenige Kilometer entfernten fantastischen Tarot-Garten der französisch-amerikanischen Künstlerin Niki de Saint Phalle besuchen, machen einen Abstecher nach Capalbio.   

Reisen im Frühling und Herbst

Mehr Genuss und Ruhe zum Schauen verspricht ein Ausflug in den schönen Ort während der Vor- und Nachsaison. Dann kann man ungestört in die einmalige Atmosphäre der alten Gassen und Gebäude eintauchen. Ein Spaziergang durch das heutzutage schmucke Capalbio führt den Besucher in die wechselvolle historische Vergangenheit des Örtchens zurück. Alles ist gut erhalten und so geblieben wie damals. Man gewinnt den Eindruck einer authentisch mittelalterlichen Anlage mit Burg, Wehrgang und Stadtmauer.

Gauner und Ganoven

Die populären Legenden der Gegend ranken sich aber gar nicht so sehr um das Rittertum und die mächtigen toskanischen Herzöge, sondern um die räuberischen Banden, die im 19. Jh. in der Maremma ihr Unwesen trieben. Im Räubernest Capalbio erinnern Fotos und andere Andenken an den mörderischen Gauner Tiburzi, der sich während seiner Flucht vor der Polizei hier versteckt hielt, 1896 von den Carabinieri erschossen und auf dem örtlichen Friedhof begraben wurde. Zum italienischen Robin Hood stilisiert, soll er das erbeutete Raubgut an die arme Landbevölkerung verteilt haben. Denn Hungersnot und Malaria herrschten in der Maremma, als in der ersten Hälfte des 18. Jhs., nach dem Aussterben der Medici, die Habsburg-Lothringer die Toskana übernahmen. Die Obrigkeit kümmerte sich nicht um die wirtschaftlichen Probleme der auch sozial benachteiligten Bauern in den Sumpfgebieten, infolgedessen übernahmen Banditen über Jahrzehnte hinweg die Führung. Die freie Sicht ins Umland vom doppelten Mauerring aus, den man durch die Porta Senese, das Stadttor mit den originalen Holztüren aus dem 15. Jh., erreicht, begeistert nicht nur die Urlauber. Die steile Stadtmauer garantierte im Mittelalter, dass anrückende Kriegsfeinde frühzeitig erspäht wurden. Genau diesen Standortvorteil von Capalbio schätzten die späteren Räuberbanden ebenfalls, um rechtzeitig vor dem Eintreffen der Polizei zu verschwinden.

Ein bisschen Geschichte muss sein

Karl der Große schenkte im Jahr 805 die Siedlung dem Kloster Tre Fontane in Rom. Rund 250 Jahre später ging der Ort in den Besitz der mächtigen Grafenfamilie Aldobrandeschi über, danach fiel er deren Erben zu, den Orsini. Zu Beginn des 15. Jhs. übernahm Siena die Herrschaft über den wichtigen Stützpunkt am äußersten Zipfel ihrer Republik, die sich nahezu über die gesamte Südtoskana, die heutige Provinz Grosseto, erstreckte. Nach der Niederlage Sienas gegen Florenz wurde Capalbio 1555 Teil des Herzogtums Toskana, das die florentinischen Medici regierten. Von da an geriet es während der nächsten 300 Jahre geradezu in Vergessenheit... Im 19. Jh. gehörte es mal zu Orbetello, dann zu Manciano und ist seit 1960 wieder eigenständig. Der Aufstieg zu einem Hotspot des Monte Argentario-Tourismus lag nicht etwa in der Luft, sondern ist der Nähe zu den mondänen Yachthäfen Porto Ercole und Porto Santo Stefano sowie dem ebenso magnetischen wie bizarren Tarot-Garten zu verdanken.

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Nichts verpassen

Das Herzstück des alten Capalbio ist die hoch aufragende Rocca Aldobrandesca aus dem 13. Jh. Nach der herausfordernden Turmbesteigung wird man mit der spektakulären

360° Aussicht belohnt. Für Opernfans ist auch das Innere des dreistöckigen Castello, nach dem ehemaligen Besitzer Palazzo Collachioni genannt, sehenswert. Dieser Neo-Renaissancepalast aus dem 19. Jh. zeigt historische Möbel in eleganter Raumausstattung. Und auf dem besonderen Hammerklavier, das Ihnen bei Ihrem Rundgang auffallen wird, spielte einst der Komponist Giacomo Puccini während seiner Jagdaufenthalte in Capalbio.

Die Kirche Chiesa di San Nicola aus dem 12. Jh., Mitte des 15. Jhs. verändert und vergrößert, liegt mitten im Altstadtkern. Bei Restaurierungsarbeiten wurden 1936 schöne Wandfresken aus dem 15. Jh. freigelegt. Bewundernswert sind die Darstellungen der Madonna mit dem Jesuskind sowie die von christlichen Heiligenfiguren.

Außerhalb der Stadtmauern wurde das Oratorium della Provvidenza errichtet, ursprünglich ein Versammlungsraum früher Christen. 1792 wurde die Kapelle wesentlich vergrößert und der Hochaltar mit dem Gemälde Madonna della Provvidenza (Madonna der göttlichen Vorsehung) geschmückt. Kunsthistorisch interessant sind vor allem die Fresken aus dem frühen 16. Jh., die vermutlich von Antonio del Massaro (Il Pastura genannt) stammen. An der Rückwand ist eine thronende Madonna mit Kind zu sehen, flankiert von den Heiligen Hieronymus und Sigismund. Auf einer Seitenwand erkennt man die Märtyrer Kosmas und Damian anhand der Gefäße in ihren Händen. Beide waren der christlichen Überlieferung nach syrische Ärzte, die Kranke umsonst behandelten und ihre Patienten zum christlichen Glauben bekehrten. Das mussten sie mit ihrem Leben bezahlen.

Lebenserhaltende Maßnahme

Nach soviel Kultur und dem Erklimmen des Torre hat man sich eine Pause in einem netten Ristorante verdient. Ich trinke gerne einen Aperol auf der Terrazza der Trattoria al Pozzo mittendrin im historischen Zentrum der Altstadt.Vor zu viel Sonne geschützt entspannt man unter hellen Schirmen und umgeben von mittelalterlichen Mauern. Die Pasta mit Tartufo (Nudeln mit Trüffeln) schmeckt ausgezeichnet, ebenso wie die Pici al Ragu.

Wir sind im Urlaub und genießen diese wundervolle Zeit!     

Der wundervolle Parco Regionale della Maremma ist einer davon. Das wilde Naturschutzgebiet besteht seit 1975, umfasst eine Fläche von ca. 100 Quadratkilometern entlang der südtoskanischen Küste, dem Thyrrenischen Meer.

In historischen Wäldern leben Damwild und Wildschweine. Seltene Tiere wie Steinmarder und Wildkatzen lassen sich im felsigen Gelände entdecken. Durch das abwechslungsreiche Naturreservoir führen verschiedene Wander- und Radtouren, Badespaß am Naturstrand inklusive. 

Drei unterschiedliche Landschaftszonen mit beeindruckender Flora und Fauna

Die Natur selbst hat im Maremma Nationalpark für reichlich Abwechslung gesorgt: Wälder und Wiesen, baumbestandene Hügel und Meeresstrand variieren das Areal zwischen Principina Mare im Norden und Talamone im Süden. Auf Streifzügen durch das Gelände durchquert der Wanderer bewirtschaftete Weiden und Pinienwälder nahe dem Dorf Alberese. In Alberese befinden sich auch das Besucherzentrum des Naturparks und Parkplätze. Am besten lässt man das Auto hier stehen und radelt zum Marina di Alberese, dem legendären Naturstrand.  Auch ungeübte Radfahrer schaffen locker die 9 km lange Strecke über eine asphaltierte Straße ohne Steigung.

Rechts und links dehnen sich eingezäunte Wiesen aus, auf denen Pferde und das Maremmana Rind grasen. Diese spezielle Rinderart ist mit großen gekrümmten Hörnern ausgestattet. Bewacht werden die Herden von weißen, zunächst zutraulich wirkenden Schäferhunden mit welligem Fell. Der Maremmano genannte Hütehund mit Prägung auf die ihm anvertrauten Tiere arbeitet quasi selbstständig. Er wird jeden Eindringling verjagen und eventuell sogar angreifen, um seine Herde zu schützen. Vorsicht ist geboten!

Nicht gefährlich, aber doch spannend für den Zuschauer ist die Arbeit der Bútteri, der maremmanischen Cowboys. Diese Hirten zu Pferde begleiten seit jeher ihre Herden und befreiten verirrte Tiere aus den ehemaligen Sümpfen. Erst der beim Volk beliebte Leopold II, Großherzog der Toskana, ließ ab 1828 die Sümpfe um sein Gut Alberese trockenlegen und verbesserte so die  Lebensverhältnisse der von Malaria geplagten Küstenbewohner. Seit der Trockenlegung der Maremma ist der Beruf der Bútteri zwar risikoärmer geworden, jedoch ein Knochenjob geblieben. Im Mai werden die drei Jahre alten, wild aufgewachsenen Maremma Pferde von erfahrenen Bútteri erstmals zugeritten. Ihre Kunstfertigkeit kann man besonders gut auf dem im August stattfindenden Torneo dei Bútteri, einem folkloristischen Turnier, bewundern. Tickets bitte rechtzeitig reservieren.

Sumpfgebiete, flache Seen und kleine Dünen finden sich im Mündungsdelta des Ombrone bei Principina (Gemeinde Grosseto). Sogar Fischadler wurden vor 15 Jahren in diesem Biotop wieder angesiedelt, nachdem die Greifvögel aufgrund von Umweltgiften im gesamten Mittelmeerraum nahezu ausgestorben waren. Ein großer Erfolg für den Erhalt der Artenvielfalt!

Viele andere Vogelarten sind in den Feuchtgebieten des Ombrone zuhause, auch gefährdete Arten wie Blauracke und Häherkuckuck finden hier geeignete Brutgebiete. Aufgrund der außergewöhnlichen Vielfalt in diesem Gebiet richtete man eine Vogelbeobachtungsstation ein und ein Naturlehrpfad informiert über die Entstehung der Sumpflandschaft. In den Entwässerungskanälen leben Schildkröten, die sich gern am Ufer sonnen. Zur Freude der Kinder sind die kleinen Reptilien gar nicht scheu!

Das gesamte Schutzgebiet des Maremma Nationalparks ist heutzutage ein weitgehend naturbelassenes intaktes Ökosystem und infolgedessen ein Vogelparadies. Um die außergewöhnliche Vogelpopulation mit teilweise selten gewordenen Tieren zu schützen, sind längere Abschnitte der schönen Küste für Menschen gesperrt.

Aber mehrere Kilometer des traumhaften Sandstrands von Alberese haben Wanderer und Badefreunde für sich. Schwimmen, Sonnenbaden, Faulenzen – alles erlaubt an dem naturbelassenen Ufer, wo die Wellen viel Treibholz anspülen. Die bizarr geformten Holzstücke sind bestens geeignet, um ein schattenspendendes Dach zu errichten. Denn Sonnenschirme gibt es an diesem Strand nicht! Keine Liegen, keine Bar!  Nur Himmel, Wasser, Sand... und das seltene Gefühl, dem Ursprung ganz nahe zu sein.

Bis ins Landesinnere überragt schließlich der 400 m hohe langgezogene Gebirgszug Monti dell´Uccellina die Wildnis. Seine Hänge sind von dem typisch mediterranen Buschbewuchs, der immergrünen Macchia Vegetation bedeckt und Steineichenwälder breiten sich aus. Hier und in den Pinienwäldern leben Wildschweine, Stachelschweine und Füchse. Mit ein bisschen Glück begegnet man vielleicht einem Hirsch.

Von Neandertalern, Mönchen und Piraten

Langweilig wird es dem Besucher im Maremma Nationalpark nicht. Neben der Schönheit der Natur erlebt der Wanderer auch Geschichte und Geschichten der Südtoskana. Da die Gegend bereits seit der Altsteinzeit (vor ca. 12.000 Jahren) besiedelt ist, finden sich infolgedessen an vielen Stellen des Naturparks kulturelle Relikte aus verschiedenen Epochen. Hinweise auf die ehemaligen Bewohner, z.B. Werkzeuge von Neandertalern, menschliche Schädel und Gräber der Bronzezeit entdeckte man in mehreren prähistorischen Höhlen. Diese sind größtenteils zugänglich und stellen sich heute als Orte der Ruhe dar.

Aber nicht immer war die Region Maremma so friedlich, wie sie gegenwärtig erscheint. Im Jahr 1101 gründeten Benediktiner eine Abtei, die im 14. Jh. aufgrund von Streitigkeiten zwischen Pisa und Siena zu einer Festung ausgebaut wurde. Nach ihrem Sieg ließen die Sienesen diese abreißen, nur Teile der Klosterkirche sowie der Vierungsturm blieben erhalten. Auf dem Wanderweg A1 kommt man an dieser auf einem Bergsattel gelegenen Abteiruine von San Rabano vorbei. Der in der Nähe des romanischen Klosters stehende Turm, Torre dell´ Uccellina (14. Jh.), im 16. Jh. auf 22 m erhöht, hat eine Aussichtsplattform, die zu erklimmen sich lohnt. Von oben überblickt man weit das Land und hat auf der anderen Seite eine herrliche Sicht aufs Meer. Also ist das imposante Bauwerk nur als Bellevue, wegen der schönen Aussicht geschaffen worden? Ein Irrtum, wenn man das glaubt. Vielmehr handelt es sich um einen Wachposten in der langen Kette von Wachttürmen entlang der Küste. Denn Piraten auf Beutezug machten im Mittelalter die Küstenregion unsicher und überfielen Dörfer. Um die Bewohner rechtzeitig vor der Landung der Seeräuber warnen zu können, waren von dem Wachposten aus Meer und Horizont unter ständiger Beobachtung. Was damals eine verantwortungsvolle Aufgabe war, ist für Urlauber zum Freizeitvergnügen geworden.

Eintritt und Information

Zum Schutz der Tiere ist der Zutritt zum Maremma Nationalpark geregelt (Hunde sind verboten!). Nach Regenfällen oder bei großer Hitze sind bestimmte Bereiche / Wege vorübergehend gesperrt. Das Wanderwegenetz ist übersichtlich und gut beschrieben, gleiches gilt für die Radwege.

Im Besucherzentrum kauft man ein Ticket und erhält dazu kostenlos eine Karte, auf der das Wegenetz markiert ist (Centro Visite di Alberese, Via Bersagliere, 7/9 - Alberese (Gr) / Tel. +39 0564 393238 / E-mail: centrovisite@parco-maremma.it). Zusätzliches Infomaterial wird zum Kauf angeboten. Man kann den Nationalpark auf eigene Faust erkunden oder sich für eine geführte Wanderung entscheiden. Auch Reitausflüge oder Kanutouren sind möglich, müssen jedoch vorgebucht werden.

Da es im Sommer oft zu heiß wird, plant man den Besuch des Naturschutzgebiets am besten für den Frühling oder Herbst. Zu jeder Jahreszeit muss man Getränke und Proviant selbst mitbringen, da es auf dem gesamten Gelände keine Restaurants usw. gibt. Und auf jeden Fall sind Wanderschuhe empfehlenswert!

Auf der Website des Nationalpark Maremma findet man weiterführende Informationen; Angebote und Veranstaltungen aufgelistet nach Termin (https://www.parco-maremma.it/en).

Einige Restaurant Empfehlungen in der Umgebung:

Osteria Il Mangiapane 
Str. Cerretale, 1, 58100 Grosseto GR, Italien 
Tel.: +39 340 534 5770

Frank & Serafico
Str. Spergolaia, 58100 Alberese GR, Italien
Tel.: +39 0564 418491
Website: frankeserafico.com

Ristorante da Remo
Via Provinciale per Alberese 59, 137 Localita, Str. Giuncola, 58100 Grosseto GR, Italien
Tel.: +39 0564 405014
Website: https://en.ristorantedaremo.com/

La Scafarda Pizzeria 
Via del Fante, 58100 Alberese GR, Italien
Tel.: +39 0564 412587

Unverfälschter Eindruck

Ein Höhepunkt der Besichtigungstour durch die Maremma in der Toskana ist das mit viel Feingefühl restaurierte Sorano. Die sensible Instandsetzung des Ortes berücksichtigt sogar die Farbe der zahlreichen Satellitenschüsseln! Damit das mittelalterliche Gesamtbild nicht gestört wird, müssen die etwa 3700 Einwohner diese in einem unauffälligen Braunton streichen, der mit den rotbraunen Dachziegeln harmoniert. Dieser Trick funktioniert perfekt. Zusammen mit vielen weiteren Details ist eine behutsame Restaurierung der Altstadt gelungen. Besucher erleben auf ihrem Rundgang eine nahezu authentische historische Stadtarchitektur und tauchen in die unverfälschte Atmosphäre des Ortes ein. Alles ohne Schnickschnack, ohne kitschige Andenkenläden!

Einnehmend, aber niemals eingenommen

Wie Pitigliano und Sovana wurde auch Sorano auf hohem Tuffsteinfelsen erbaut und geht auf eine ursprünglich von Etruskern in vorchristlicher Zeit gegründete Siedlung zurück. Unter den Römern war das südtoskanische Gebiet der Maremma, ehemaliges Sumpfgebiet, völlig unbedeutend. Erst als im Mittelalter einflussreiche Adelsgeschlechter ihre Machtgebiete festigten, wurden imposante Burgen und Festungsanlagen auf den Hügeln errichtet. Ein solches Bollwerk ist auch in Sorano zu bestaunen, die Fortezza Orsini aus der Mitte des 16. Jhs. mit einem viel älteren Turm (10. Jh.). Nach umfassenden Restaurierungsarbeiten beherbergt diese militärische Anlage aus der Zeit der Renaissance heute ein kleines, aber komfortables Hotel. In einem anderen Gebäudetrakt ist ein Museum untergebracht. Nicht nur von hier aus, sondern auch von der Plattform des auf der anderen Seite der Stadt gelegenen Masso Leopoldino hat man eine fantastische Sicht auf das Umland. Man muss keine Adleraugen haben, um dunkle Löcher im entfernten Gestein zu entdecken, etruskische Grabhöhlen. Und in früheren Zeiten erspähten Soldaten auf diesem Ausguck sich der Stadt nähernde Feinde. Den natürlich gewachsenen Fels ließ Herzog Leopold II von Lothringen Ende des 18. Jhs. bearbeiten und zu einer Festung ausbauen. Das zusätzlich noch von einer Stadtmauer umgebene Sorano war so gut gesichert, dass es niemals eingenommen wurde. Ein weiteres Relikt aus dieser kämpferischen Vergangenheit ist das untere Stadttor Porta dei Merli mit schönem Wappen. Heutzutage der beliebte Selfie-Point in Sorano!

Ein Spaziergang durch die Altstadt ist wirklich lohnenswert. Entlang der gewundenen Gassen und über ausgetretene Treppen führt der Weg nach oben, vorbei an steinernen Portalen, verwitterten Haustüren aus Holz und malerischen Winkeln. Reizvolle Fotomotive findet man reichlich. Auch ein Abstecher in das winzige altjüdische Viertel rund um die Via del Ghetto ist bereichernd.

Spaziergang Sorano

Ausspannen und Ruhe finden

Wer sich nach dem Auf und Ab im hügeligen Städtchen ausruhen möchte, dem empfehle ich das RISTORANTE FIDALMA mit netter Außengastronomie (+39 0564 633056). Es befindet sich an der Piazza Busatti direkt neben dem massigen Steintor, durch das man ins Innere des historischen Zentrums von Sorano gelangt. Von den luftigen Restaurantterrassen aus lassen sich das historische Ambiente und der beeindruckende Blick ins Tal in aller Ruhe genießen.

Mehrmals im Jahr veranstalten die Einheimischen kleine Stadtfeste, wie zum Beispiel das „Festa della Prosciutto“ – das Schinkenfest. Hier werden zu fairen Preisen lokale Spezialitäten vom Grill, selbstgemachte Pasta, Käse und leckere Weine angeboten. Darüber hinaus spielt oftmals eine Band und für Tanzbegeisterte gibt es immer auch eine Möglichkeit den Abend schwungvoll zu genießen.

Für diejenigen Urlauber, deren Sinn nach seelischer und körperlicher Entspannung strebt, hält Sorano eine Überraschung bereit. Die TERME DI SORANO (Location Filetta / +39 0564 633306) liegt etwas außerhalb des Ortkerns. In dieser Wellness-Oase bleibt kein Wunsch offen. Die geschmackvollen Außenanlagen mit mehreren Schwimmbecken laden zum Verweilen ein, im Day Spa wird man verwöhnt, Alltagssorgen lassen sich in der Sauna vergessen. Das angegliederte Restaurant hält eine abwechslungsreiche Speisekarte bereit. Benvenuto in paradiso!

Geheimnisvolle Orte

Für geschichtlich Interessierte bietet sich ein Besuch der Citta Perduta di Vitozza (Verlorene Stadt Vitozza) in 6 km Entfernung von Sorano an. Christliche Einsiedler bewohnten bis ins 18. Jh. ungefähr 200 Höhlen der ehemals etruskischen Felsenstadt oder benutzten die Grotten als Grabstätten. An manchen Höhlenwohnungen stehen noch die Namen der früheren Bewohner. Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar, dass Vitozza im Mittelalter eine lebhafte Stadt war mit mehreren tausend Einwohnern, mit einer Burg und christlichen Kirchen... Heute ist Vitozza eine verlassene Geisterstadt. Einen wahrhaft mysteriösen Ort erreicht man nach einem ca. einstündigen Spaziergang über das Gelände, die Colombari di Sorano. Ob es sich bei den flaschengroßen Öffnungen in der Grottenwand tatsächlich um einen etruskischen Taubenschlag handelt? Oder sind es doch eher Urnengräber? Keiner weiß es genau, die Forscher streiten sich noch über die endgültige Antwort. Eines der vielen ungelösten Rätsel um das untergegangene Volk der Etrusker! Die gesamte Area Archeologica di Vitozza ist ein von den berühmten vie cave, den etruskischen Hohlwegen durchzogenes Gebiet. Für Wanderungen sollte man Getränke und Proviant einpacken und feste Schuhe anziehen.

Wein, Obst, Gemüse und duftende Kräuter sind die in der Region angebauten Zutaten für typisch toskanische Gerichte, deren Zubereitung ohne das hervorragende regionale Olivenöl unmöglich ist. Lamm- und Rindfleisch aus Weidehaltung bereichern einfache, aber sehr schmackhafte Gerichte. Nicht nur im Herbst landet Wildschwein aus der Maremma im Bratentopf oder wird zu würziger Wildschwein-Salami verarbeitet. Unbedingt probieren! Eine weitere Spezialität sind Märztrüffel, im Italienischen tartufo marzuolo genannt, die roh über Pasta gehobelt und mit gebräunter Butter serviert werden. Ein unvergleichlicher Leckerbissen... Buon appetito!

Frische Aromen für eine ländliche Küche

Jede toskanische Hausfrau und jeder Profi-Koch verfügen über individuelle Tricks und Kniffe, die ein Essen per tipo casalinga, eben nach Hausfrauenart, oder das Speisen im Restaurant zu einer Gaumenfreude machen. In einem Punkt sind sich beide aber einig: auf den Tisch kommen regionale Produkte aus der Maremma, stets taufrisch und von guter solider Qualität. Sie bilden die Grundlage für saisonale Gemüse-, Fleisch- und Fischgerichte, die aus wenigen, jedoch äußerst aromareichen Zutaten bestehen. Ob es sich dabei um ein Rezept nach Familientradition oder die Raffinesse eines Sterne-Menüs handelt, macht im Wesentlichen keinen Unterschied. Der eigentliche Genuss besteht aus dem offenen Geheimnis von Frische und unverfälschtem Geschmack der naturbelassenen Zutaten. Oft wachsen Gemüse und Kräuter im eigenen Garten heran, Fleisch stammt von Tieren auf der Wiese hinterm Haus. Der Begriff „chilometro zero“ ist in der Toskana weit verbreitet. Mit  „Km 0“ sind extrem kurze Transportwege der Nahrungsmittel gemeint, alles ist lokal, vieles landet vom Gemüsebeet direkt auf dem Teller.

Das Maremma-Menü

Wie überall in Italien besteht auch in der Maremma ein Menü aus vier Gängen. Als Vorspeise, Antipasto, sind toskanische Wurst- und Käsesorten, toskanischer Schinken und Pecorino sowie die Gemüsesuppe Aqua cotta (wörtlich ‚gekochtes Wasser’, früher eine Suppe für Arme) beliebt. Als erster Hauptgang, Primo, werden gerne Nudelgerichte, z.B. Tortelli maremmani oder Pici all’aglione (dicke Spaghetti mit Knoblauch) gereicht. Keine Frage, die Pasta ist immer selbstgemacht! Der zweite Hauptgang, Secondo, ist oft ein Fleischgericht vom Maremmaner-Rind, einer eigenständigen Rasse. Oder das berühmte Cinghiale alla cacciatore, das Wildschwein nach Jägerart. Die Tiere stammen aus dem heimischen Parco Naturale della Maremma. Gewürzt wird einfach, aber reichlich mit Olivenöl, Knoblauch, Zwiebeln, schwarzem Pfeffer und Kräutern des Südens wie Rosmarin, Salbei und Basilikum. Selbstverständlich begleiten selbstgebackenes Brot, meist ungesalzen, sowie Rot- und Weißweine das Essen. Als roter erfreut sich der regionale Morellino di Scansano aus der Rebsorte Sangiovese internationaler Anerkennung. Und danach? Für Naschkatzen kommt das Beste zum Schluss! Als Dolce, das süße Dessert der klassischen Speisenfolge, bestellt man z.B. Ricotta-Mousse mit Feigen und Nüssen. Eine weitere Spezialität ist das jüdische Gebäck Sfratto dei Goym, das mit Honig, Nüssen und Gewürzen gefüllt ist. Reichhaltig, köstlich! Alles zusammen ein runder, authentischer Genuss.

Frischfisch an der Küste

Im Landesinneren der Maremma spielt Fleisch zwar eine große Rolle für den Speiseplan, aber die Küche ist vielfältig. An der langen Küste fahren noch jeden Tag die Fischer aufs Meer hinaus und verkaufen dann am Vormittag ihren Fang direkt am Hafen oder auf dem Fischmarkt. Was auf den Tisch kommt? Hängt vom Fang ab... Eines der bekanntesten maremmanischen Fischgerichte ist Il Caldaro, eine Fischsuppe mit wechselnden Zutaten, je nachdem, was am Tag gefangen worden ist: frischer Fisch ist ein Muss, Garnelen oder Tintenfische können dabei sein. In diesem besonderen Rezept wird jede einzelne Zutat separat gekocht, und nur nachher werden Tomaten und Gewürze zu der Suppe gegeben, welche ebenfalls separat vorbereitet wurde. Eine andere typische Fischspezialität ist Il Baccalà alla maremmana: ein der Tradition verpflichtetes Gericht, sehr beliebt und mit einem intensiven Geschmack. Der Fisch wird zuerst paniert und gebraten, dann in eine aromatische Sauce von Knoblauch und Zwiebeln gegeben.

Wein und Olivenöl in der Südtoskana

Feinkostläden verschicken Wein und Olivenöl aus der Maremma in die ganze Welt. Von diesen Spezialitäten muss man gekostet haben, wenn man Ferien in der Toskana macht. Vielleicht passen ein, zwei Flaschen oder sogar ein Karton ins Auto? Mit diesen Mitbringseln lässt sich das Urlaubsfeeling zu Hause ein bisschen verlängern!

Inzwischen haben mehrere örtliche Winzer auf umweltschonenden biologischen Weinbau umgestellt, was bedeutet, dass keine Chemie eingesetzt wird und die Anbau- und Erntemethoden nahezu archaisch sind. Liebe zum Produkt und viel Handarbeit stecken darin. In der Toskana werden der rote Sangiovese, der Ciliegiolo  und der Alicante getrunken, weiße Traubensorten sind Ansonica, Grechetto und der fast vergessene Procanico. Alle Sorten sind auch als Bioprodukt zu kaufen. Und einige unbekannte Weine warten noch auf Entdeckung.

Im Agriturismi als auch von lokalen Weingütern werden Verkostungen von Wein und Öl angeboten. Gäste und Produzenten sind begeistert, wenn sie sich im Weinkeller an einem edlen Tropfen erfreuen oder gemeinsam einen uralten Olivenbaum bestaunen, welcher immer noch reiche Ernte einbringt.

Eine tolle Auswahl an Produkten der Region findet Ihr bei unseren Freunden von Passione Toscana. Mit unserem Code TOSCANAVACANZA10 erhaltet Ihr auf alle Köstlichkeiten einen Nachlass von 10 %.

Sovana lädt zum Schauen und Studieren ein. Später am Tag, wenn die Touristen verschwunden sind, treffen sich alte Signoras in geselliger Runde vor blumengeschmückten Haustüren. Dann schlendert der späte Besucher ungestört durch die Gassen. Abends hat man Sovana für sich allein. 

Die Aldobrandeschi, Herrscher über die Südtoskana

Im Gebiet der Maremma trifft man immer wieder auf das alte Geschlecht der Aldobrandeschi. In Sovana hatten sie ihren Stammsitz und sind hier seit 940 dokumentiert. Die gewaltige Burgruine Rocca Aldobrandesca liegt direkt am Ortseingang und sollte ehemals die mittelalterliche Stadt beschützen. Die Anlage aus dem 11. Jh wurde mehrfach umgebaut, aber seit dem 17. Jh. dem Verfall überlassen. Ihr wuchtiges Mauerwerk dokumentiert bis heute den Führungsanspruch dieser Landesherren. Die ursprünglich mit einem Graben gesicherte Festung ist nur von außen zu besichtigen. Hingegen lohnt es sich durchaus, den Innenraum des in entgegengesetzter westlicher Richtung gelegenen Doms zu betreten. Diese Kathedrale im romanisch-gotischen Stil ist ein kunsthistorisches Muss.

Der Papst, der die Machtfrage stellte

Irgendwie kurios sieht die Wachsfigur von Papst Gregor VII aus, die in einem gläsernen Sarg im Dom Pietro e Paolo in Sovana ausgestellt wird. Dabei ist er die berühmte Persönlichkeit des Städtchens! Angeblich stiftete Gregor VII seiner Heimatstadt die Kirche Pietro e Paolo, die im 11. Jh. über einem Vorgängerbau errichtet wurde. Das marmorne Seitenportal mit vor- und frühromanischen Ornamenten ist besonders eindrucksvoll. In Sovana zwischen 1025 und 1030 als Hildebrand geboren, übte Gregor VII von 1073 bis 1085 als einflussreicher Reformpapst das oberste Kirchenamt aus. In der Nähe der Kathedrale befindet sich das Geburtshaus des Papstes, eine Marmortafel weist darauf hin. Auch Nicht-Katholiken ist der sprichwörtliche „Gang nach Canossa“ ein Begriff. Gemeint ist damit ein demütigender Bitt- oder Bußgang, den der deutsche König Heinrich IV als Erster antrat, nachdem er von Papst Gregor VII exkommuniziert worden war. Ein machtbewusster Kirchenmann also, der im Streit mit dem König den Sieg errang. 

Im Zentrum weltlicher und kirchlicher Autorität

Über rotes Backsteinpflaster im Fischgrätmuster, teilweise noch historisch, gelangt man in die Mitte des Städtchens. Hier liegt der vormalige Amtsgerichtsplatz Piazza del Pretorio. Dieser Platz hat Seltenheitswert! Das mittelalterliche Stadtmodell ist vollständig erhalten, hier stört kein Neubau das originale architektonische Ensemble. Zweigeschossige Häuser stehen teilweise auf Fundamenten aus dem 12. Jh., dazwischen die bedeutendsten historischen Gebäude Sovanas. Auffällige Wappenschilder aus Stein verzieren die Fassade des Palazzo Pretorio aus dem 12. Jh. Sie verweisen auf die Verwaltungsbeamten der Medici, die vom 14. Jh. bis zum 16. Jh. hier regierten. An der Gebäudeecke befindet sich eine seltsame Säule, vermutlich ein Vorläufer der heutigen Litfaßsäule; sie diente früher dem Zweck der Bekanntmachungen. Links nebenan die Loggia del Capitano mit dem riesigen Wappen der Medici auf der Außenwand. Wo einst der Hauptmann residierte, ist inzwischen eine schnöde Pizzeria eingezogen.

Apropos! Am besten macht man auf der Piazza in einer der kleinen Bars eine Pause. Hervorragend geeignet ist die gegenüber gelegene ENOTECA GOLOSOFIA mit ansprechender Auswahl an Weinen und leckeren Spezialitäten der Region. Habe ich einen Stuhl im Freien ergattert, den Teller mit köstlichem Schinken und ein Glas mit kühlem Wein vor mir stehen, dann stellt sich sofort kulinarisches Glücksgefühl ein. Von hier aus lässt man mit Muße den Blick über das einmalige historische Ambiente schweifen. Es gibt noch soviel zu sehen, z.B. den Palazzo dell Archivo aus dem 13. Jh. mit alter Uhr auf der Fassade und Glockenturm darüber oder die Kirche Santa Maria Maggiore (12. Jh.). Im Inneren sind ein einzigartiger Altarbaldachin aus Stein sowie wertvolle Fresken zu bewundern. Die halb verfallene Steinmauer links der Kirche, neben dem Palazzo Bourbon del Monte mit offener Halle im Erdgeschoss, gehört zum ältesten Gebäude. Es handelt sich um Reste der ersten christlichen Kirche, die dem Schutzpatron der Stadt San Mamilliano geweiht war. Sovana wurde bereits im 4. Jh. n. Chr. Bischofssitz, infolgedessen spielte der kleine Ort während der Christianisierung der Südtoskana eine große Rolle. 

Erinnerungen an die Antike 

Nicht nur mittelalterliche, sondern erheblich ältere Sehenswürdigkeiten locken Touristen an und erhalten auf diese Weise Sovana am Leben. In den 1920er Jahren wurde ganz in der Nähe ein etruskisches Tempelgrab entdeckt, das einzig erhaltene. Dieses Tomba Ildebranda genannte Monument aus dem 3. Jh. v. Chr. bestand frontal aus zwölf mit Kapitellen verzierten Säulen. Die heute im Museum von Sovana ausgestellten Kapitelle zeigen die Gesichter männlicher und weiblicher Götter sowie große Akanthusblätter. Einst war der aus einem riesigen Felsblock geschlagene Grabtempel komplett verputzt und in lebhaften Farben bemalt. 

Die archäologische Ausgrabungsstätte „necropoli etrusca“, ca. 2 km von Sovana entfernt, bietet neben den Grabanlagen noch eine weitere Besonderheit. Die Etrusker schufen durch das Abtragen des weichen Materials Hohlwege direkt in den Tuffstein, die „vie cave“. Diese Cavoni verbinden die etruskischen Nekropolen mit den Siedlungsstätten der ehemaligen Bewohner. Die bis nach Pitigliano und Sorano verzweigten Hohlwege darf man durchwandern, unterwegs entdeckt man Relikte etruskischer, römischer und christlicher Kultur. 

Im Archäologischen Park Sovana erhält man einen Lageplan, ohne den man sich nicht aufmachen sollte. Festes Schuhwerk und eine gute körperliche Verfassung sind für diese Unternehmung wichtig. Eine längere Wanderung durch die teilweise unwegsamen engen Cavoni ist für kleine Kinder nicht geeignet, aber für Erwachsene ein eindrucksvolles Erlebnis. 

Wer sich nach dem Wandern nichts sehnlicher als ein gutes italienisches Essen wünscht, dem empfehle ich das Restaurant Agriristoro FOCACCERIA LA DOGANA, etwas außerhalb von Sovana. Die meisten Produkte des Familienbetriebs stammen aus eigener Herstellung, die Küche ist ausgezeichnet. Der schöne Außenbereich mit großem Garten lädt zum Ausruhen und Verweilen in ländlicher Umgebung ein (+39 339 672 4645)

Auch nach 20 Jahren, in denen ich die Toskana auf meinen Reisen erkunde, finde ich Pitigliano unwiderstehlich. Jedes Mal aufs Neue fühle ich Vorfreude auf den Moment, wenn nach einer Fahrt über gewundene schmale Straßen die hügelige Landschaft den Blick freigibt auf dieses von Natur und Mensch geschaffene Schauspiel.

Ein Fest für die Augen auch am Abend, dann glänzen Stein und Stadt perfekt illuminiert in der Dunkelheit. Und immer wieder gerate ich ins Schwärmen und kann mich nicht sattsehen an soviel Schönheit. Unter allen etruskischen Städtchen ist Pitigliano mein Lieblingsort.

Oben angekommen, stellt man das Auto auf einem der ausgewiesenen Parkplätze oder in einer Nebenstraße ab und erforscht die Altstadt, in ca. 300 m Höhe auf einem Tuffsteinplateau erbaut, zu Fuß. Flache Schuhe sind dafür am besten geeignet. Auch im historischen Zentrum geht es auf und ab, mancher Weg zum lohnenswerten Aussichtspunkt führt über eine schiefe Treppe oder Gasse.

Tolle Sehenswürdigkeiten und sehr viel Geschichte

Gleich am Ortseingang locken auf der Piazza Petruccioli einige Terrassencafés mit herrlicher Aussicht ins Tal, hohe Festungsmauern gegenüber schützen die Stadt. In der Dämmerung setze ich mich gern auf diesen Platz, um hier beschaulich einen Aperitivo zu genießen. Durch das mächtige Tor gelangt man ins Stadtinnere, schlendert links an den hohen Bögen des Aquädukts vorbei, das die Medici im 17. Jh. in der Absicht vollenden ließen, die Stadt mit Wasser zu versorgen. Nach wenigen Schritten schon steht man rechts vor der trutzigen Fortezza Orsini mit dem gleichnamigen Palast darin, deren Namensgeber das römische Geschlecht der Orsini ist. Seit Ende des 12. Jhs. hatten diese hier ihren Herrschersitz inne, der im 17. Jh. in den Besitz der florentinischen Großherzöge Medici überging. Heute beherbergt die restaurierte Burg mit Innenhof und typischem Renaissancebrunnen ein Museum für religiöse Kunst und eine archäologische Sammlung.

Das Herz der Altstadt – die Piazza della Repubblica

Die Via Cavour mündet auf einen weitläufigen herrschaftlichen Platz, dessen Grandezza die nahezu spiegelbildliche Gestaltung mit zwei barocken Brunnen ausmacht.  Obwohl die Piazza della Repubblica sich an beiden Seiten zum Tal hin öffnet, bin ich parteiisch und bevorzuge mittags und abends die rechte ruhigere Hälfte, wo sich das Restaurant LA ROCCA unserer Freundin Fortuna befindet. An mit weißem Tafeltuch gedeckten Tischen kann man im Freien ein köstliches Menü verspeisen und den Kindern ihr Lieblingsgericht Pizza servieren lassen. Hierher kommen auch die Einheimischen, denn das Essen ist italienisch bodenständig und gut, der überwiegend regionale Wein qualitativ angemessen, die Preise sind erfreulich. Aber die Lage des LA ROCCA mit Blick auf die Piazza oder den traumhaften Sonnenuntergang im Tal ist unbezahlbar! Vor allem in der Hochsaison sollte reservieren, wer draußen sitzen möchte (+39 0564 614267).

Die Laune der Kleinen zu heben oder nur, um sich selbst ein süßes Extra zu gönnen, kommt man an der auf der Ecke der Piazza gelegenen Eisdiele BAR CENTRALE GELATERIA vorbei. Das Eis ist hausgemacht, es gibt jeden Tag wechselnde Sorten, eine besser als die andere. Pistazie ist mein Gewinner!

Pitigliano Maremma

Verwinkelte Gassen zieren das Stadtbild

Dann folgt man der Via Roma oder der Via Zuccarelli und findet nette kleine Läden mit mancherlei Kunsthandwerk, Töpferwaren, spitzengesäumten Tischdecken, Handstickerei, Bekleidung und Schmuck im modernen Hippiestil sowie Lederwaren. Die Geschäftchen sind im Erdgeschoss uralter Gemäuer, oft in ehemaligen Werkstätten untergebracht, die Besitzer sind überwiegend jung, man trifft aber auch auf einige Aussteiger der 60er oder 70er Jahre. Dazwischen haben viele kleine Restaurants und Pizzerien Tische und Stühle auf die ohnehin schon engen Gassen gestellt und laden zum gemütlichen Verweilen ein.

Im Gewirr der mittelalterlichen Wege führt die Via Roma direkt auf den Papst Gregor VII aus dem Adelsgeschlecht der Orsini gewidmeten Platz, auf dem sich die hübsche Säule mit dem Orsini-Bären befindet.

Nicht nur Kinder freuen sich über das drollige Häschen, das Wappentier der auf dieser Piazza ansässigen HOSTARIA DEL CECCOTINO. Hier speist und trinkt man nobel, entweder direkt auf der Holzterrasse vor dem Restaurant oder noch lieber unter dem steinernen Gewölbe einer ehemaligen Markthalle gleich gegenüber. Aber es ist auch deutlich teurer als im LA ROCCA. Trotzdem ist das CECCOTINO jedem Feinschmecker zu empfehlen. Das hervorragende toskanische Essen und das Verweilen in der außergewöhnlichen Atmosphäre der Piazza, auf der auch der Dom mit massigem Turm steht, schließen einen genussreichen Urlaubstag ab. In den Sommermonaten bitte einen Tisch vorbestellen (+39 0564 614273).

Die jüdische Geschichte von Pitigliano

Umfassende Restaurierungsmaßnahmen, vor allem das Gespür der Denkmalpfleger für die historisch gewachsene Struktur haben Pitiglianos ursprünglichen Charakter bewahrt. Die mittelalterliche Atmosphäre ist besonders in dem ehemals jüdischen Viertel Piccola Gerusalemme (Kleines Jerusalem) zu erleben. Ins jüdische Ghetto, im 16. Jh. gegründet, gelangt man über den Vicolo Manin. Hier sind die Häuser noch schmaler, die Gassen noch enger, Durchgänge und Treppen verwinkelter als im christlichen Teil der Altstadt. Das Quartier wirkt unübersichtlich, gedrängt, und vermittelt so einen Eindruck von den bedrückenden Lebensverhältnissen der einstigen Bewohner, die hier vor Vertreibung und Verfolgung geschützt waren. Zu besichtigen sind die Synagoge, in der heute das Jüdische Museum untergebracht ist, Matze-Öfen sowie ein aus dem Fels geschlagenes Kultbad. Kleine Tavernen und Shops beleben heute dieses geschichtsträchtige Viertel.

Piccola Gerusalemme ist ebenfalls die Bezeichnung für einen koscheren Wein, der ohne den Konservierungsstoff Schwefel seit dem Mittelalter hier produziert wird. Auch gegenwärtig sind die in Pitigliano gekelterten Rot- und Weißweine beachtenswert. Und anlässlich der Festa della Cantina, dem jährlichen Weinfest am ersten Septemberwochenende, sind die in den Tuff gehauenen, seit Jahrhunderten genutzten Privatkeller für Verkostungen geöffnet. Die beste Gelegenheit, den leichten trockenen Bianco di Pitigliano zu probieren!

Wer tiefer in die Geschichte der Bevölkerung der Südtoskana eintauchen möchte, der muss den Spuren der Etrusker folgen. Von der etruskischen Erstbesiedlung, lange vor den Römern, ist im Städtchen Pitigliano zwar nichts übrig geblieben. Aber es gibt etruskische Nekropolen in der Umgebung, die von dieser einstigen Hochkultur Zeugnis ablegen. So befindet sich die Necrópoli di Póggio Buco mit zahlreichen Felsengräbern in nur 8 km Entfernung. Die Anlage ist frei zugänglich; Wanderschuhe werden empfohlen. Für Familien mit Kindern ist der Besuch des archäologischen Museums all’ Aperto Alberto Manzi, 2,5 km von Pitigliano entfernt, jedoch besser geeignet. In der abwechslungsreichen Ausstellung steht u.a. ein etruskisches Wohnhaus. Gut restaurierte etruskische Grabstätten und zwei mit Tüchern abgedeckte „Mumien“ warten auf Entdeckung.

Ich liebe Grosseto, weil es so groß und lebendig ist (80.000 Einwohner) und ich liebe Grosseto, weil es so entspannt und übersichtlich ist. Keine Hektik, keine Staus, keine Verkehrsprobleme.

Dafür ein wunderschönes historisches Zentrum, umgeben von vollständig intakten Stadtmauern und Befestigungen, im 16. Jahrhundert von den damaligen Großherzögen aus der Familie Medici errichtet. Die Stadtmauer ist begehbar, auf ihr umrundet man die ganze Altstadt und hat einen herrlichen Ausblick auf die historischen Dächer und Plätze. Einer davon der Piazza Dante. Hier hat im Palazzo Aldobrandeschi die Regierung der Provinz Grosseto ihren Sitz. Gegründet wurde Grosseto im späten Mittelalter (800). Etruskische oder römische Ursprünge können nicht nachgewiesen werden. Ein wichtiges Datum für die junge Stadt war damals das Jahr 1100, in dem der Bischofssitz der römisch katholischen Kirche von Roselle nach Grosseto verlegt wurde.

Das Museo Archeologico e d'Arte della Maremma liegt an der Piazza Baccarini. Es zeigt zahlreiche Werke von Künstlern der Region und erzählt die Geschichte der Maremma von der Vorgeschichte bis zur Entstehung der etruskischen Städte, von der römischen Eroberung über das Mittelalter bis zur Neuzeit. Und in der Strada Corsini befindet sich das Museum für Naturgeschichte, das Museo Storia Naturale Maremma, das sich der Natur der Region, ihren ökologischen Zusammenhängen und einem anspruchsvollen, komplexen Ausstellungskonzept verschrieben hat.

Außerdem gibt es viele weitere eindrucksvolle Gebäude in der Innenstadt von Grosseto: zum Beispiel den Palazzo Comunale, ebenfalls am Piazza Dante gelegen. Und den Dom San Lorenzo. Er wurde im 13. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut und enthält viele Kunstwerke aus dem
15. Jahrhundert. Um nur zwei zu nennen …

Aber Grosseto ist nicht nur Kunst und altes Gemäuer. Grosseto ist mediterranes Leben pur. Vom Dom und der Piazza Dante aus kann man wunderbar durch die Fußgängerstraßen der lebhaften Altstadt laufen, mit ihren bunten Läden, malerischen Straßenbiegungen und einladenden Weinlokalen und Eisdielen. Vor dem Stadttor an der Via die Barberi findet jeden Donnerstag ein Wochenmarkt statt, der von Bekleidung bis Lebensmittel und Spezialitäten wirklich alles bietet, was das Herz begehren könnte. Abends laden zahlreiche Bars zu einem Aperitif ein, das gastronomische Angebot ist groß und vielfältig – für jeden Geschmack und Geldbeutel.

Mir bietet Grosseto alles, was ich an der Maremma liebe: das Leben in einer südtoskanischen Stadt. Die Küste und das Meer, die nur zwölf Kilometer von der Stadt entfernt liegen. Gutes Essen und guten Wein und rundherum eine unvergleichlich herrliche Landschaft und Natur.

Grosseto, die Hauptstadt der Maremma sei jedem Toskana-Reisenden ans Herz gelegt!

Meine persönlichen Lieblingstipps in Grosseto:

Tolle Restaurants:

  • Ristorante Vineria Al Numero Nove
    Via Degli Aldobrandeschi 9, 58100, Grosseto Italien
  • Ristorante Pizzeria Il Melograno 
    Via Carlo Goldoni, 15/A, 58100 Grosseto GR, Italien
    http://www.ilmelogranopizzeria.it/home.html
  • Essenza - Love Natural Food - Ideal für Vegetarier
    Piazza Esperanto, 7, 58100 Grosseto GR, Italien
    https://www.essenzalovenaturalfood.com/
  • Ristorante L’Uva e il Malto
    Via Giuseppe Mazzini, 165, 58100 Grosseto GR, Italien

Tolles Eis:

Die Küste der Toskana verläuft über 400 Kilometer am Thyrrenischen Meer entlang. Von Norden nach Süden – von der Region Versilia bis zur Halbinsel des Monte Argentario mit ihren sandigen Stränden und Steilküsten. Kilometerlange Sandstrände, Buchten und Naturschutzgebiete wie der Nationalpark der Maremma Marina di Alberese verzaubern den Besucher mit ihrer einmaligen und abwechslungsreichen landschaftlichen Atmosphäre. Und fast überall sieht man die blaue Flagge als Zeichen für optimale Wasserqualität.

Ein Aufenthalt in der Maremma ohne Aufenthalt am Strand ist zumindest für mich persönlich absolut nicht denkbar. Stellt sich nur jedes Mal die Frage, wie nah am Strand man wohnen will. Liegt die Betonung auf Strand oder auf Land? Denn auch vom Landesinneren aus kann man wunderbare Tagesausflüge an die verschiedenen Strände der Maremma unternehmen. Sogar mit Hund, denn es gibt viele Hundebadestrände. Und mit Kindern sowieso. Die Küste der Toskana, speziell der Maremma, ist an allen Stellen einfach wunderschön, sodass hier jeder garantiert seinen Lieblingsort findet. Um die Qual der Wahl ein bisschen angenehmer zu gestalten, habe ich im Folgenden eine Liste der Strände zusammengestellt, die auf meiner ganz persönlichen Rangliste der Lieblingsstrände die ersten zehn Plätze einnehmen. Aber urteilen Sie selbst!

Eine persönliche Auswahl der tollsten Strände in der Südtoskana

  1. Cala Violina (Scarlino)
    Dieser Strand gehört zu den schönsten Stränden der Maremma. Weil er in einer windgeschützten Bucht liegt, kann man hier auch schon im Frühling bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen die Sonne genießen. Außergewöhnlich schön ist auch der Weg, der vom Landesinnern zum Strand führt. Am Strand selbst erwarten einen weißer Sand und sauberes kristallklares Wasser. Seinen Namen trägt der Strand Cala Violina aufgrund des Geräusches, das entsteht, wenn man ihn überquer, und das an den Klang einer Violine erinnert. Hier ist eine Online Reservierung erforderlich Folgend der Link zur offiziellen Seite.
  2. Marina di Alberese
    Der Strand Marina di Albese ist nicht nur vollkommen kostenlos, sondern auch absolut naturbelassen. Es ist der Strand des Maremma-Naturparks, der sich über acht Kilometer erstreckt und auf dem man durchaus auch mal auf Tiere wie Wildschweine, Füchse und Rehe trifft, die dort nach Nahrung suchen oder sich – man kennt das von sich selbst – im Meer abkühlen.
  3. Roccamare (Castiglione della Pescaia)
    Ein schöner Strand im Norden von Castiglione della Pescaia. Im besten Sinne urban geprägt und gleichzeitig natürlich. Mit sauberem Wasser und einem breiten, langen Sandstrand, den man über einen Weg neben dem Roccamare Resort erreicht. Nach ca. 300 Metern sind Sie da. Und wenn Sie dann nach links gehen und noch ein wenig laufen, finden Sie bestimmt ein ungestörtes Plätzchen. Auch in der Hochsaison.
  4. Spiaggia della Giannella (Orbetello)
    Zwei lange Sandstreifen verbinden die Halbinsel des Monte Argentario mit dem Festland. Einer davon ist der Strand Spiaggia della Giannella, der sich über acht Kilometer Länge und fünf Kilometer Breite zwischen dem Mittelmeer und der „macchia mediterranea“, der immergrünen Pflanzenformation, erstreckt. Die meisten der hier ansässigen Strandbäder fügen sich äußerst diskret und angenehm in ihre Umgebung und sind außerdem zum größten Teil frei zugänglich und sehr sauber. Immer wieder trifft man auf angespülte Stämme und Posidonien. Posidonien sind Meerespflanzen und ein unbestechlicher Hinweis darauf, dass nicht nur der Strand, sondern auch das Wasser hier sauber ist.
  5. Strand Spiaggia della Feniglia (Orbetello)
    Der zweite Sandstreifen, der die Halbinsel des Monte Argentario mit dem Festland verbindet, ist der sechs Kilometer lange Strand von Feniglia. Ein langer, breiter und weitläufiger Strand mit hellem Sand, der in einem Bericht der WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) als einer der schönsten Traumstrände Europas beschrieben wurde. Auch viele junge Italiener und italienische Familien kommen in der Hochsaison an diesen Treffpunkt, um hier ganz entspannt die Seele baumeln zu lassen. Dabei hat man die Wahl zwischen gepflegter Strandkultur und Natur pur. Denn an den Enden des überwiegend naturbelassenen Strandes findet man Bars, Restaurants, eine Badeaufsicht und Sonnenliegen mit Schirmen zum Anmieten. Außerdem Parklätze. Hinter dem Strand befindet sich der wunderschöne Kiefernwald des  Naturschutzgebiets Duna Feniglia, in dem man regelmäßig auch auf Rehe trifft.
  6. Talamone
    Der einzige öffentliche Badestrand von Talamone – „Bagno delle Donne“ – befindet sich am Fuß der Burg, die am höchsten Punkt des Ortes thront. Hier öffnet sich einem eine Traumkulisse: tiefblaues Wasser und weiß aufschäumende Gischt zwischen dunkelgrauen, frei stehenden Felsen. Ins Wasser gehen sollte hier allerdings nur, wer wirklich schwimmen kann. Allen anderen wird empfohlen, die Sonne und den Ausblick zu genießen, am besten unter einem Sonnenschirm, wenn auch nicht dem eigenen. Denn den kann man auf den Felsen sowieso nicht aufstellen. Stattdessen nutzt man die mit ca. sieben Euro pro Tag erschwinglichen Liegen und Sonnenschirme oder begibt sich unter den Schirm eines der Strandclubs mit Bar und Restaurantservice. Die Plätze lassen sich zwar an zehn Fingern abzählen, aber irgendwie reicht es doch immer für alle und die herrliche Landschaft entschädigt für kleine Unannehmlichkeiten. Der Felsvorsprung, auf dem der „bagnino“ – der Bademeister – sitzt, eignet sich übrigens hervorragend als Sprungbrett.
  7. La Cantoniera (Porto Santo Stefano)
    Dieser teils sandige, teils steinige Strand ist nur einen Kilometer von Porto Santo Stefano entfernt. Er ist kostenlos und hat ein sehr nettes Strandcafé, von dem aus man einen herrlichen Blick auf den Ort genießen kann. Neben Sand und Steinen bietet der Strand auch Felsen, von denen ganz besonders Mutige auch immer mal wieder den Sprung ins Wasser wagen.
  8. Principina a mare
    Vor allem für Familien mit kleinen Kindern zu empfehlen! Schon die Straßen im Dorf sind ohne nennenswerte Steigung und von gut ausgebauten Fahrradwegen gesäumt. Auch der breite, feinsandige Strand, von dem aus das Meer sanft abfällt, ist ideal für den Aufenthalt mit Kindern. Berühmt ist hier vor allem der Spiaggia delle Capanne (Strand der Hütten). Die Hütten, die dort stehen, sind aus Treibgut des Ombrone errichtet.
  9. Punta Ala
    Ein langer Strand mit Badeeinrichtungen und Erfrischungspunkten. Um ihn zu erreichen, muss man den weitläufigen Kiefernwald durchqueren, der entlang des oberen Strandsaums verläuft. Ein paradiesischer Platz inmitten der Natur. Der sanft abfallende Meeresboden macht den Strand vor allem für Urlauber mit Kindern zu einem absoluten Lieblingsort.
  10. Castiglione della Pescaia sud
    Ein sehr breiter Strand aus feinem Sand, der zum Meer hin sanft abfällt. Da der Strand sieben Kilometer weit bis zur Marina di Grosseto reicht, finden Sie auch in der Hochsaison noch einen ungestörten Platz für sich, der zu Fuß gut zu erreichen ist. Das Meer ist sauber und die Wellen hier können sich durchaus sehen lassen.
  11. Carbonifera (Follonica)
    Ein Strand mit feinem weißen Sand und Dünen, klarem blauen Wasser, unter dem der Meeresboden sanft abfällt und dahinter einem jahrhundertealten, üppigen Kiefernwald – der Strand von Carbonifera ist das perfekte Ausflugsziel für Familien mit Kindern. Sieht man vom Strand aus aus über das Wasser, sieht man die Inseln Elba und Montecristo, ein Anblick, der an einem klaren Tag umso beeindruckender ist.
  12. Capezzolo (Castiglione della Pescaia)
    Dieser Strand liegt nördlich des malerischen Städtchens Castiglione della Pescaia. Der Zugang ist kostenlos, es gibt Badeeinrichtungen mit Sonnenschirmen und Restaurantservice, das Meer ist friedlich und fällt sanft ab. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn hier und da auf dem Meeresboden kann man durchaus auch mal auf Felsen stoßen.

Civita di Bagnoregio - die sterbende Stadt

Der Name ”die sterbende Stadt” geht auf ein Erdbeben zurück, seit welchem der Tuffstein auf dem sich das Dorf befindet langsam abbröckelt. Das unvergleichliche Stadtbild geprägt von einigen Naturkatastophen wie z.B. Erdabgängen, Überschwemmungen und Erdrutschen wurden überlebt und lassen das Stadtbild so besonders erscheinen. Aufgrund dieser Probleme mussten die Bewohner die Stadt nach und verlassen. Einige Objekte wurden mit der Zeit aufgekauft und saniert. Seitdem gilt Civita als ein beliebtes Tourismusziel. Heute haben nur ca. 20 Menschen ihren festen Wohnsitz dort.

Wie auch viele andere Städte der Toskana wurde die Stadt im Mittelalter von den Etruskern konstruiert und ein großer Teil ihrer Bauten bis heute aufrechterhalten. Civita di Bagnoregio bietet einen unglaublichen Panoramablick über das Tal der Calanchi. Die verwinkelte Altstadt mit den zum Teil zerstörten Türmen, das Stadttor sowie die romanische Kirche auf dem Hauptplatz bewahren die Authentizität Civertas bis heute.

Zudem gibt es schöne Cafes und Restaurants die regionale Küche bieten.

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