Unverfälschter Eindruck

Ein Höhepunkt der Besichtigungstour durch die Maremma in der Toskana ist das mit viel Feingefühl restaurierte Sorano. Die sensible Instandsetzung des Ortes berücksichtigt sogar die Farbe der zahlreichen Satellitenschüsseln! Damit das mittelalterliche Gesamtbild nicht gestört wird, müssen die etwa 3700 Einwohner diese in einem unauffälligen Braunton streichen, der mit den rotbraunen Dachziegeln harmoniert. Dieser Trick funktioniert perfekt. Zusammen mit vielen weiteren Details ist eine behutsame Restaurierung der Altstadt gelungen. Besucher erleben auf ihrem Rundgang eine nahezu authentische historische Stadtarchitektur und tauchen in die unverfälschte Atmosphäre des Ortes ein. Alles ohne Schnickschnack, ohne kitschige Andenkenläden!

Einnehmend, aber niemals eingenommen

Wie Pitigliano und Sovana wurde auch Sorano auf hohem Tuffsteinfelsen erbaut und geht auf eine ursprünglich von Etruskern in vorchristlicher Zeit gegründete Siedlung zurück. Unter den Römern war das südtoskanische Gebiet der Maremma, ehemaliges Sumpfgebiet, völlig unbedeutend. Erst als im Mittelalter einflussreiche Adelsgeschlechter ihre Machtgebiete festigten, wurden imposante Burgen und Festungsanlagen auf den Hügeln errichtet. Ein solches Bollwerk ist auch in Sorano zu bestaunen, die Fortezza Orsini aus der Mitte des 16. Jhs. mit einem viel älteren Turm (10. Jh.). Nach umfassenden Restaurierungsarbeiten beherbergt diese militärische Anlage aus der Zeit der Renaissance heute ein kleines, aber komfortables Hotel. In einem anderen Gebäudetrakt ist ein Museum untergebracht. Nicht nur von hier aus, sondern auch von der Plattform des auf der anderen Seite der Stadt gelegenen Masso Leopoldino hat man eine fantastische Sicht auf das Umland. Man muss keine Adleraugen haben, um dunkle Löcher im entfernten Gestein zu entdecken, etruskische Grabhöhlen. Und in früheren Zeiten erspähten Soldaten auf diesem Ausguck sich der Stadt nähernde Feinde. Den natürlich gewachsenen Fels ließ Herzog Leopold II von Lothringen Ende des 18. Jhs. bearbeiten und zu einer Festung ausbauen. Das zusätzlich noch von einer Stadtmauer umgebene Sorano war so gut gesichert, dass es niemals eingenommen wurde. Ein weiteres Relikt aus dieser kämpferischen Vergangenheit ist das untere Stadttor Porta dei Merli mit schönem Wappen. Heutzutage der beliebte Selfie-Point in Sorano!

Ein Spaziergang durch die Altstadt ist wirklich lohnenswert. Entlang der gewundenen Gassen und über ausgetretene Treppen führt der Weg nach oben, vorbei an steinernen Portalen, verwitterten Haustüren aus Holz und malerischen Winkeln. Reizvolle Fotomotive findet man reichlich. Auch ein Abstecher in das winzige altjüdische Viertel rund um die Via del Ghetto ist bereichernd.

Spaziergang Sorano

Ausspannen und Ruhe finden

Wer sich nach dem Auf und Ab im hügeligen Städtchen ausruhen möchte, dem empfehle ich das RISTORANTE FIDALMA mit netter Außengastronomie (+39 0564 633056). Es befindet sich an der Piazza Busatti direkt neben dem massigen Steintor, durch das man ins Innere des historischen Zentrums von Sorano gelangt. Von den luftigen Restaurantterrassen aus lassen sich das historische Ambiente und der beeindruckende Blick ins Tal in aller Ruhe genießen.

Mehrmals im Jahr veranstalten die Einheimischen kleine Stadtfeste, wie zum Beispiel das „Festa della Prosciutto“ – das Schinkenfest. Hier werden zu fairen Preisen lokale Spezialitäten vom Grill, selbstgemachte Pasta, Käse und leckere Weine angeboten. Darüber hinaus spielt oftmals eine Band und für Tanzbegeisterte gibt es immer auch eine Möglichkeit den Abend schwungvoll zu genießen.

Für diejenigen Urlauber, deren Sinn nach seelischer und körperlicher Entspannung strebt, hält Sorano eine Überraschung bereit. Die TERME DI SORANO (Location Filetta / +39 0564 633306) liegt etwas außerhalb des Ortkerns. In dieser Wellness-Oase bleibt kein Wunsch offen. Die geschmackvollen Außenanlagen mit mehreren Schwimmbecken laden zum Verweilen ein, im Day Spa wird man verwöhnt, Alltagssorgen lassen sich in der Sauna vergessen. Das angegliederte Restaurant hält eine abwechslungsreiche Speisekarte bereit. Benvenuto in paradiso!

Geheimnisvolle Orte

Für geschichtlich Interessierte bietet sich ein Besuch der Citta Perduta di Vitozza (Verlorene Stadt Vitozza) in 6 km Entfernung von Sorano an. Christliche Einsiedler bewohnten bis ins 18. Jh. ungefähr 200 Höhlen der ehemals etruskischen Felsenstadt oder benutzten die Grotten als Grabstätten. An manchen Höhlenwohnungen stehen noch die Namen der früheren Bewohner. Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar, dass Vitozza im Mittelalter eine lebhafte Stadt war mit mehreren tausend Einwohnern, mit einer Burg und christlichen Kirchen... Heute ist Vitozza eine verlassene Geisterstadt. Einen wahrhaft mysteriösen Ort erreicht man nach einem ca. einstündigen Spaziergang über das Gelände, die Colombari di Sorano. Ob es sich bei den flaschengroßen Öffnungen in der Grottenwand tatsächlich um einen etruskischen Taubenschlag handelt? Oder sind es doch eher Urnengräber? Keiner weiß es genau, die Forscher streiten sich noch über die endgültige Antwort. Eines der vielen ungelösten Rätsel um das untergegangene Volk der Etrusker! Die gesamte Area Archeologica di Vitozza ist ein von den berühmten vie cave, den etruskischen Hohlwegen durchzogenes Gebiet. Für Wanderungen sollte man Getränke und Proviant einpacken und feste Schuhe anziehen.

Wein, Obst, Gemüse und duftende Kräuter sind die in der Region angebauten Zutaten für typisch toskanische Gerichte, deren Zubereitung ohne das hervorragende regionale Olivenöl unmöglich ist. Lamm- und Rindfleisch aus Weidehaltung bereichern einfache, aber sehr schmackhafte Gerichte. Nicht nur im Herbst landet Wildschwein aus der Maremma im Bratentopf oder wird zu würziger Wildschwein-Salami verarbeitet. Unbedingt probieren! Eine weitere Spezialität sind Märztrüffel, im Italienischen tartufo marzuolo genannt, die roh über Pasta gehobelt und mit gebräunter Butter serviert werden. Ein unvergleichlicher Leckerbissen... Buon appetito!

Frische Aromen für eine ländliche Küche

Jede toskanische Hausfrau und jeder Profi-Koch verfügen über individuelle Tricks und Kniffe, die ein Essen per tipo casalinga, eben nach Hausfrauenart, oder das Speisen im Restaurant zu einer Gaumenfreude machen. In einem Punkt sind sich beide aber einig: auf den Tisch kommen regionale Produkte aus der Maremma, stets taufrisch und von guter solider Qualität. Sie bilden die Grundlage für saisonale Gemüse-, Fleisch- und Fischgerichte, die aus wenigen, jedoch äußerst aromareichen Zutaten bestehen. Ob es sich dabei um ein Rezept nach Familientradition oder die Raffinesse eines Sterne-Menüs handelt, macht im Wesentlichen keinen Unterschied. Der eigentliche Genuss besteht aus dem offenen Geheimnis von Frische und unverfälschtem Geschmack der naturbelassenen Zutaten. Oft wachsen Gemüse und Kräuter im eigenen Garten heran, Fleisch stammt von Tieren auf der Wiese hinterm Haus. Der Begriff „chilometro zero“ ist in der Toskana weit verbreitet. Mit  „Km 0“ sind extrem kurze Transportwege der Nahrungsmittel gemeint, alles ist lokal, vieles landet vom Gemüsebeet direkt auf dem Teller.

Das Maremma-Menü

Wie überall in Italien besteht auch in der Maremma ein Menü aus vier Gängen. Als Vorspeise, Antipasto, sind toskanische Wurst- und Käsesorten, toskanischer Schinken und Pecorino sowie die Gemüsesuppe Aqua cotta (wörtlich ‚gekochtes Wasser’, früher eine Suppe für Arme) beliebt. Als erster Hauptgang, Primo, werden gerne Nudelgerichte, z.B. Tortelli maremmani oder Pici all’aglione (dicke Spaghetti mit Knoblauch) gereicht. Keine Frage, die Pasta ist immer selbstgemacht! Der zweite Hauptgang, Secondo, ist oft ein Fleischgericht vom Maremmaner-Rind, einer eigenständigen Rasse. Oder das berühmte Cinghiale alla cacciatore, das Wildschwein nach Jägerart. Die Tiere stammen aus dem heimischen Parco Naturale della Maremma. Gewürzt wird einfach, aber reichlich mit Olivenöl, Knoblauch, Zwiebeln, schwarzem Pfeffer und Kräutern des Südens wie Rosmarin, Salbei und Basilikum. Selbstverständlich begleiten selbstgebackenes Brot, meist ungesalzen, sowie Rot- und Weißweine das Essen. Als roter erfreut sich der regionale Morellino di Scansano aus der Rebsorte Sangiovese internationaler Anerkennung. Und danach? Für Naschkatzen kommt das Beste zum Schluss! Als Dolce, das süße Dessert der klassischen Speisenfolge, bestellt man z.B. Ricotta-Mousse mit Feigen und Nüssen. Eine weitere Spezialität ist das jüdische Gebäck Sfratto dei Goym, das mit Honig, Nüssen und Gewürzen gefüllt ist. Reichhaltig, köstlich! Alles zusammen ein runder, authentischer Genuss.

Frischfisch an der Küste

Im Landesinneren der Maremma spielt Fleisch zwar eine große Rolle für den Speiseplan, aber die Küche ist vielfältig. An der langen Küste fahren noch jeden Tag die Fischer aufs Meer hinaus und verkaufen dann am Vormittag ihren Fang direkt am Hafen oder auf dem Fischmarkt. Was auf den Tisch kommt? Hängt vom Fang ab... Eines der bekanntesten maremmanischen Fischgerichte ist Il Caldaro, eine Fischsuppe mit wechselnden Zutaten, je nachdem, was am Tag gefangen worden ist: frischer Fisch ist ein Muss, Garnelen oder Tintenfische können dabei sein. In diesem besonderen Rezept wird jede einzelne Zutat separat gekocht, und nur nachher werden Tomaten und Gewürze zu der Suppe gegeben, welche ebenfalls separat vorbereitet wurde. Eine andere typische Fischspezialität ist Il Baccalà alla maremmana: ein der Tradition verpflichtetes Gericht, sehr beliebt und mit einem intensiven Geschmack. Der Fisch wird zuerst paniert und gebraten, dann in eine aromatische Sauce von Knoblauch und Zwiebeln gegeben.

Wein und Olivenöl in der Südtoskana

Feinkostläden verschicken Wein und Olivenöl aus der Maremma in die ganze Welt. Von diesen Spezialitäten muss man gekostet haben, wenn man Ferien in der Toskana macht. Vielleicht passen ein, zwei Flaschen oder sogar ein Karton ins Auto? Mit diesen Mitbringseln lässt sich das Urlaubsfeeling zu Hause ein bisschen verlängern!

Inzwischen haben mehrere örtliche Winzer auf umweltschonenden biologischen Weinbau umgestellt, was bedeutet, dass keine Chemie eingesetzt wird und die Anbau- und Erntemethoden nahezu archaisch sind. Liebe zum Produkt und viel Handarbeit stecken darin. In der Toskana werden der rote Sangiovese, der Ciliegiolo  und der Alicante getrunken, weiße Traubensorten sind Ansonica, Grechetto und der fast vergessene Procanico. Alle Sorten sind auch als Bioprodukt zu kaufen. Und einige unbekannte Weine warten noch auf Entdeckung.

Im Agriturismi als auch von lokalen Weingütern werden Verkostungen von Wein und Öl angeboten. Gäste und Produzenten sind begeistert, wenn sie sich im Weinkeller an einem edlen Tropfen erfreuen oder gemeinsam einen uralten Olivenbaum bestaunen, welcher immer noch reiche Ernte einbringt.

Sovana lädt zum Schauen und Studieren ein. Später am Tag, wenn die Touristen verschwunden sind, treffen sich alte Signoras in geselliger Runde vor blumengeschmückten Haustüren. Dann schlendert der späte Besucher ungestört durch die Gassen. Abends hat man Sovana für sich allein. 

Die Aldobrandeschi, Herrscher über die Südtoskana

Im Gebiet der Maremma trifft man immer wieder auf das alte Geschlecht der Aldobrandeschi. In Sovana hatten sie ihren Stammsitz und sind hier seit 940 dokumentiert. Die gewaltige Burgruine Rocca Aldobrandesca liegt direkt am Ortseingang und sollte ehemals die mittelalterliche Stadt beschützen. Die Anlage aus dem 11. Jh wurde mehrfach umgebaut, aber seit dem 17. Jh. dem Verfall überlassen. Ihr wuchtiges Mauerwerk dokumentiert bis heute den Führungsanspruch dieser Landesherren. Die ursprünglich mit einem Graben gesicherte Festung ist nur von außen zu besichtigen. Hingegen lohnt es sich durchaus, den Innenraum des in entgegengesetzter westlicher Richtung gelegenen Doms zu betreten. Diese Kathedrale im romanisch-gotischen Stil ist ein kunsthistorisches Muss.

Der Papst, der die Machtfrage stellte

Irgendwie kurios sieht die Wachsfigur von Papst Gregor VII aus, die in einem gläsernen Sarg im Dom Pietro e Paolo in Sovana ausgestellt wird. Dabei ist er die berühmte Persönlichkeit des Städtchens! Angeblich stiftete Gregor VII seiner Heimatstadt die Kirche Pietro e Paolo, die im 11. Jh. über einem Vorgängerbau errichtet wurde. Das marmorne Seitenportal mit vor- und frühromanischen Ornamenten ist besonders eindrucksvoll. In Sovana zwischen 1025 und 1030 als Hildebrand geboren, übte Gregor VII von 1073 bis 1085 als einflussreicher Reformpapst das oberste Kirchenamt aus. In der Nähe der Kathedrale befindet sich das Geburtshaus des Papstes, eine Marmortafel weist darauf hin. Auch Nicht-Katholiken ist der sprichwörtliche „Gang nach Canossa“ ein Begriff. Gemeint ist damit ein demütigender Bitt- oder Bußgang, den der deutsche König Heinrich IV als Erster antrat, nachdem er von Papst Gregor VII exkommuniziert worden war. Ein machtbewusster Kirchenmann also, der im Streit mit dem König den Sieg errang. 

Im Zentrum weltlicher und kirchlicher Autorität

Über rotes Backsteinpflaster im Fischgrätmuster, teilweise noch historisch, gelangt man in die Mitte des Städtchens. Hier liegt der vormalige Amtsgerichtsplatz Piazza del Pretorio. Dieser Platz hat Seltenheitswert! Das mittelalterliche Stadtmodell ist vollständig erhalten, hier stört kein Neubau das originale architektonische Ensemble. Zweigeschossige Häuser stehen teilweise auf Fundamenten aus dem 12. Jh., dazwischen die bedeutendsten historischen Gebäude Sovanas. Auffällige Wappenschilder aus Stein verzieren die Fassade des Palazzo Pretorio aus dem 12. Jh. Sie verweisen auf die Verwaltungsbeamten der Medici, die vom 14. Jh. bis zum 16. Jh. hier regierten. An der Gebäudeecke befindet sich eine seltsame Säule, vermutlich ein Vorläufer der heutigen Litfaßsäule; sie diente früher dem Zweck der Bekanntmachungen. Links nebenan die Loggia del Capitano mit dem riesigen Wappen der Medici auf der Außenwand. Wo einst der Hauptmann residierte, ist inzwischen eine schnöde Pizzeria eingezogen.

Apropos! Am besten macht man auf der Piazza in einer der kleinen Bars eine Pause. Hervorragend geeignet ist die gegenüber gelegene ENOTECA GOLOSOFIA mit ansprechender Auswahl an Weinen und leckeren Spezialitäten der Region. Habe ich einen Stuhl im Freien ergattert, den Teller mit köstlichem Schinken und ein Glas mit kühlem Wein vor mir stehen, dann stellt sich sofort kulinarisches Glücksgefühl ein. Von hier aus lässt man mit Muße den Blick über das einmalige historische Ambiente schweifen. Es gibt noch soviel zu sehen, z.B. den Palazzo dell Archivo aus dem 13. Jh. mit alter Uhr auf der Fassade und Glockenturm darüber oder die Kirche Santa Maria Maggiore (12. Jh.). Im Inneren sind ein einzigartiger Altarbaldachin aus Stein sowie wertvolle Fresken zu bewundern. Die halb verfallene Steinmauer links der Kirche, neben dem Palazzo Bourbon del Monte mit offener Halle im Erdgeschoss, gehört zum ältesten Gebäude. Es handelt sich um Reste der ersten christlichen Kirche, die dem Schutzpatron der Stadt San Mamilliano geweiht war. Sovana wurde bereits im 4. Jh. n. Chr. Bischofssitz, infolgedessen spielte der kleine Ort während der Christianisierung der Südtoskana eine große Rolle. 

Erinnerungen an die Antike 

Nicht nur mittelalterliche, sondern erheblich ältere Sehenswürdigkeiten locken Touristen an und erhalten auf diese Weise Sovana am Leben. In den 1920er Jahren wurde ganz in der Nähe ein etruskisches Tempelgrab entdeckt, das einzig erhaltene. Dieses Tomba Ildebranda genannte Monument aus dem 3. Jh. v. Chr. bestand frontal aus zwölf mit Kapitellen verzierten Säulen. Die heute im Museum von Sovana ausgestellten Kapitelle zeigen die Gesichter männlicher und weiblicher Götter sowie große Akanthusblätter. Einst war der aus einem riesigen Felsblock geschlagene Grabtempel komplett verputzt und in lebhaften Farben bemalt. 

Die archäologische Ausgrabungsstätte „necropoli etrusca“, ca. 2 km von Sovana entfernt, bietet neben den Grabanlagen noch eine weitere Besonderheit. Die Etrusker schufen durch das Abtragen des weichen Materials Hohlwege direkt in den Tuffstein, die „vie cave“. Diese Cavoni verbinden die etruskischen Nekropolen mit den Siedlungsstätten der ehemaligen Bewohner. Die bis nach Pitigliano und Sorano verzweigten Hohlwege darf man durchwandern, unterwegs entdeckt man Relikte etruskischer, römischer und christlicher Kultur. 

Im Archäologischen Park Sovana erhält man einen Lageplan, ohne den man sich nicht aufmachen sollte. Festes Schuhwerk und eine gute körperliche Verfassung sind für diese Unternehmung wichtig. Eine längere Wanderung durch die teilweise unwegsamen engen Cavoni ist für kleine Kinder nicht geeignet, aber für Erwachsene ein eindrucksvolles Erlebnis. 

Wer sich nach dem Wandern nichts sehnlicher als ein gutes italienisches Essen wünscht, dem empfehle ich das Restaurant Agriristoro FOCACCERIA LA DOGANA, etwas außerhalb von Sovana. Die meisten Produkte des Familienbetriebs stammen aus eigener Herstellung, die Küche ist ausgezeichnet. Der schöne Außenbereich mit großem Garten lädt zum Ausruhen und Verweilen in ländlicher Umgebung ein (+39 339 672 4645)

Auch nach 20 Jahren, in denen ich die Toskana auf meinen Reisen erkunde, finde ich Pitigliano unwiderstehlich. Jedes Mal aufs Neue fühle ich Vorfreude auf den Moment, wenn nach einer Fahrt über gewundene schmale Straßen die hügelige Landschaft den Blick freigibt auf dieses von Natur und Mensch geschaffene Schauspiel.

Ein Fest für die Augen auch am Abend, dann glänzen Stein und Stadt perfekt illuminiert in der Dunkelheit. Und immer wieder gerate ich ins Schwärmen und kann mich nicht sattsehen an soviel Schönheit. Unter allen etruskischen Städtchen ist Pitigliano mein Lieblingsort.

Oben angekommen, stellt man das Auto auf einem der ausgewiesenen Parkplätze oder in einer Nebenstraße ab und erforscht die Altstadt, in ca. 300 m Höhe auf einem Tuffsteinplateau erbaut, zu Fuß. Flache Schuhe sind dafür am besten geeignet. Auch im historischen Zentrum geht es auf und ab, mancher Weg zum lohnenswerten Aussichtspunkt führt über eine schiefe Treppe oder Gasse.

Tolle Sehenswürdigkeiten und sehr viel Geschichte

Gleich am Ortseingang locken auf der Piazza Petruccioli einige Terrassencafés mit herrlicher Aussicht ins Tal, hohe Festungsmauern gegenüber schützen die Stadt. In der Dämmerung setze ich mich gern auf diesen Platz, um hier beschaulich einen Aperitivo zu genießen. Durch das mächtige Tor gelangt man ins Stadtinnere, schlendert links an den hohen Bögen des Aquädukts vorbei, das die Medici im 17. Jh. in der Absicht vollenden ließen, die Stadt mit Wasser zu versorgen. Nach wenigen Schritten schon steht man rechts vor der trutzigen Fortezza Orsini mit dem gleichnamigen Palast darin, deren Namensgeber das römische Geschlecht der Orsini ist. Seit Ende des 12. Jhs. hatten diese hier ihren Herrschersitz inne, der im 17. Jh. in den Besitz der florentinischen Großherzöge Medici überging. Heute beherbergt die restaurierte Burg mit Innenhof und typischem Renaissancebrunnen ein Museum für religiöse Kunst und eine archäologische Sammlung.

Das Herz der Altstadt – die Piazza della Repubblica

Die Via Cavour mündet auf einen weitläufigen herrschaftlichen Platz, dessen Grandezza die nahezu spiegelbildliche Gestaltung mit zwei barocken Brunnen ausmacht.  Obwohl die Piazza della Repubblica sich an beiden Seiten zum Tal hin öffnet, bin ich parteiisch und bevorzuge mittags und abends die rechte ruhigere Hälfte, wo sich das Restaurant LA ROCCA unserer Freundin Fortuna befindet. An mit weißem Tafeltuch gedeckten Tischen kann man im Freien ein köstliches Menü verspeisen und den Kindern ihr Lieblingsgericht Pizza servieren lassen. Hierher kommen auch die Einheimischen, denn das Essen ist italienisch bodenständig und gut, der überwiegend regionale Wein qualitativ angemessen, die Preise sind erfreulich. Aber die Lage des LA ROCCA mit Blick auf die Piazza oder den traumhaften Sonnenuntergang im Tal ist unbezahlbar! Vor allem in der Hochsaison sollte reservieren, wer draußen sitzen möchte (+39 0564 614267).

Die Laune der Kleinen zu heben oder nur, um sich selbst ein süßes Extra zu gönnen, kommt man an der auf der Ecke der Piazza gelegenen Eisdiele BAR CENTRALE GELATERIA vorbei. Das Eis ist hausgemacht, es gibt jeden Tag wechselnde Sorten, eine besser als die andere. Pistazie ist mein Gewinner!

Pitigliano Maremma

Verwinkelte Gassen zieren das Stadtbild

Dann folgt man der Via Roma oder der Via Zuccarelli und findet nette kleine Läden mit mancherlei Kunsthandwerk, Töpferwaren, spitzengesäumten Tischdecken, Handstickerei, Bekleidung und Schmuck im modernen Hippiestil sowie Lederwaren. Die Geschäftchen sind im Erdgeschoss uralter Gemäuer, oft in ehemaligen Werkstätten untergebracht, die Besitzer sind überwiegend jung, man trifft aber auch auf einige Aussteiger der 60er oder 70er Jahre. Dazwischen haben viele kleine Restaurants und Pizzerien Tische und Stühle auf die ohnehin schon engen Gassen gestellt und laden zum gemütlichen Verweilen ein.

Im Gewirr der mittelalterlichen Wege führt die Via Roma direkt auf den Papst Gregor VII aus dem Adelsgeschlecht der Orsini gewidmeten Platz, auf dem sich die hübsche Säule mit dem Orsini-Bären befindet.

Nicht nur Kinder freuen sich über das drollige Häschen, das Wappentier der auf dieser Piazza ansässigen HOSTARIA DEL CECCOTINO. Hier speist und trinkt man nobel, entweder direkt auf der Holzterrasse vor dem Restaurant oder noch lieber unter dem steinernen Gewölbe einer ehemaligen Markthalle gleich gegenüber. Aber es ist auch deutlich teurer als im LA ROCCA. Trotzdem ist das CECCOTINO jedem Feinschmecker zu empfehlen. Das hervorragende toskanische Essen und das Verweilen in der außergewöhnlichen Atmosphäre der Piazza, auf der auch der Dom mit massigem Turm steht, schließen einen genussreichen Urlaubstag ab. In den Sommermonaten bitte einen Tisch vorbestellen (+39 0564 614273).

Die jüdische Geschichte von Pitigliano

Umfassende Restaurierungsmaßnahmen, vor allem das Gespür der Denkmalpfleger für die historisch gewachsene Struktur haben Pitiglianos ursprünglichen Charakter bewahrt. Die mittelalterliche Atmosphäre ist besonders in dem ehemals jüdischen Viertel Piccola Gerusalemme (Kleines Jerusalem) zu erleben. Ins jüdische Ghetto, im 16. Jh. gegründet, gelangt man über den Vicolo Manin. Hier sind die Häuser noch schmaler, die Gassen noch enger, Durchgänge und Treppen verwinkelter als im christlichen Teil der Altstadt. Das Quartier wirkt unübersichtlich, gedrängt, und vermittelt so einen Eindruck von den bedrückenden Lebensverhältnissen der einstigen Bewohner, die hier vor Vertreibung und Verfolgung geschützt waren. Zu besichtigen sind die Synagoge, in der heute das Jüdische Museum untergebracht ist, Matze-Öfen sowie ein aus dem Fels geschlagenes Kultbad. Kleine Tavernen und Shops beleben heute dieses geschichtsträchtige Viertel.

Piccola Gerusalemme ist ebenfalls die Bezeichnung für einen koscheren Wein, der ohne den Konservierungsstoff Schwefel seit dem Mittelalter hier produziert wird. Auch gegenwärtig sind die in Pitigliano gekelterten Rot- und Weißweine beachtenswert. Und anlässlich der Festa della Cantina, dem jährlichen Weinfest am ersten Septemberwochenende, sind die in den Tuff gehauenen, seit Jahrhunderten genutzten Privatkeller für Verkostungen geöffnet. Die beste Gelegenheit, den leichten trockenen Bianco di Pitigliano zu probieren!

Wer tiefer in die Geschichte der Bevölkerung der Südtoskana eintauchen möchte, der muss den Spuren der Etrusker folgen. Von der etruskischen Erstbesiedlung, lange vor den Römern, ist im Städtchen Pitigliano zwar nichts übrig geblieben. Aber es gibt etruskische Nekropolen in der Umgebung, die von dieser einstigen Hochkultur Zeugnis ablegen. So befindet sich die Necrópoli di Póggio Buco mit zahlreichen Felsengräbern in nur 8 km Entfernung. Die Anlage ist frei zugänglich; Wanderschuhe werden empfohlen. Für Familien mit Kindern ist der Besuch des archäologischen Museums all’ Aperto Alberto Manzi, 2,5 km von Pitigliano entfernt, jedoch besser geeignet. In der abwechslungsreichen Ausstellung steht u.a. ein etruskisches Wohnhaus. Gut restaurierte etruskische Grabstätten und zwei mit Tüchern abgedeckte „Mumien“ warten auf Entdeckung.

Ich liebe Grosseto, weil es so groß und lebendig ist (80.000 Einwohner) und ich liebe Grosseto, weil es so entspannt und übersichtlich ist. Keine Hektik, keine Staus, keine Verkehrsprobleme.

Dafür ein wunderschönes historisches Zentrum, umgeben von vollständig intakten Stadtmauern und Befestigungen, im 16. Jahrhundert von den damaligen Großherzögen aus der Familie Medici errichtet. Die Stadtmauer ist begehbar, auf ihr umrundet man die ganze Altstadt und hat einen herrlichen Ausblick auf die historischen Dächer und Plätze. Einer davon der Piazza Dante. Hier hat im Palazzo Aldobrandeschi die Regierung der Provinz Grosseto ihren Sitz. Gegründet wurde Grosseto im späten Mittelalter (800). Etruskische oder römische Ursprünge können nicht nachgewiesen werden. Ein wichtiges Datum für die junge Stadt war damals das Jahr 1100, in dem der Bischofssitz der römisch katholischen Kirche von Roselle nach Grosseto verlegt wurde.

Das Museo Archeologico e d'Arte della Maremma liegt an der Piazza Baccarini. Es zeigt zahlreiche Werke von Künstlern der Region und erzählt die Geschichte der Maremma von der Vorgeschichte bis zur Entstehung der etruskischen Städte, von der römischen Eroberung über das Mittelalter bis zur Neuzeit. Und in der Strada Corsini befindet sich das Museum für Naturgeschichte, das Museo Storia Naturale Maremma, das sich der Natur der Region, ihren ökologischen Zusammenhängen und einem anspruchsvollen, komplexen Ausstellungskonzept verschrieben hat.

Außerdem gibt es viele weitere eindrucksvolle Gebäude in der Innenstadt von Grosseto: zum Beispiel den Palazzo Comunale, ebenfalls am Piazza Dante gelegen. Und den Dom San Lorenzo. Er wurde im 13. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut und enthält viele Kunstwerke aus dem
15. Jahrhundert. Um nur zwei zu nennen …

Aber Grosseto ist nicht nur Kunst und altes Gemäuer. Grosseto ist mediterranes Leben pur. Vom Dom und der Piazza Dante aus kann man wunderbar durch die Fußgängerstraßen der lebhaften Altstadt laufen, mit ihren bunten Läden, malerischen Straßenbiegungen und einladenden Weinlokalen und Eisdielen. Vor dem Stadttor an der Via die Barberi findet jeden Donnerstag ein Wochenmarkt statt, der von Bekleidung bis Lebensmittel und Spezialitäten wirklich alles bietet, was das Herz begehren könnte. Abends laden zahlreiche Bars zu einem Aperitif ein, das gastronomische Angebot ist groß und vielfältig – für jeden Geschmack und Geldbeutel.

Mir bietet Grosseto alles, was ich an der Maremma liebe: das Leben in einer südtoskanischen Stadt. Die Küste und das Meer, die nur zwölf Kilometer von der Stadt entfernt liegen. Gutes Essen und guten Wein und rundherum eine unvergleichlich herrliche Landschaft und Natur.

Grosseto, die Hauptstadt der Maremma sei jedem Toskana-Reisenden ans Herz gelegt!

Meine persönlichen Lieblingstipps in Grosseto:

Tolle Restaurants:

  • Ristorante Vineria Al Numero Nove
    Via Degli Aldobrandeschi 9, 58100, Grosseto Italien
  • Ristorante Pizzeria Il Melograno 
    Via Carlo Goldoni, 15/A, 58100 Grosseto GR, Italien
    http://www.ilmelogranopizzeria.it/home.html
  • Essenza - Love Natural Food - Ideal für Vegetarier
    Piazza Esperanto, 7, 58100 Grosseto GR, Italien
    https://www.essenzalovenaturalfood.com/
  • Ristorante L’Uva e il Malto
    Via Giuseppe Mazzini, 165, 58100 Grosseto GR, Italien

Tolles Eis:

Die Küste der Toskana verläuft über 400 Kilometer am Thyrrenischen Meer entlang. Von Norden nach Süden – von der Region Versilia bis zur Halbinsel des Monte Argentario mit ihren sandigen Stränden und Steilküsten. Kilometerlange Sandstrände, Buchten und Naturschutzgebiete wie der Nationalpark der Maremma Marina di Alberese verzaubern den Besucher mit ihrer einmaligen und abwechslungsreichen landschaftlichen Atmosphäre. Und fast überall sieht man die blaue Flagge als Zeichen für optimale Wasserqualität.

Ein Aufenthalt in der Maremma ohne Aufenthalt am Strand ist zumindest für mich persönlich absolut nicht denkbar. Stellt sich nur jedes Mal die Frage, wie nah am Strand man wohnen will. Liegt die Betonung auf Strand oder auf Land? Denn auch vom Landesinneren aus kann man wunderbare Tagesausflüge an die verschiedenen Strände der Maremma unternehmen. Sogar mit Hund, denn es gibt viele Hundebadestrände. Und mit Kindern sowieso. Die Küste der Toskana, speziell der Maremma, ist an allen Stellen einfach wunderschön, sodass hier jeder garantiert seinen Lieblingsort findet. Um die Qual der Wahl ein bisschen angenehmer zu gestalten, habe ich im Folgenden eine Liste der Strände zusammengestellt, die auf meiner ganz persönlichen Rangliste der Lieblingsstrände die ersten zehn Plätze einnehmen. Aber urteilen Sie selbst!

Eine persönliche Auswahl der tollsten Strände in der Südtoskana

  1. Cala Violina (Scarlino)
    Dieser Strand gehört zu den schönsten Stränden der Maremma. Weil er in einer windgeschützten Bucht liegt, kann man hier auch schon im Frühling bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen die Sonne genießen. Außergewöhnlich schön ist auch der Weg, der vom Landesinnern zum Strand führt. Am Strand selbst erwarten einen weißer Sand und sauberes kristallklares Wasser. Seinen Namen trägt der Strand Cala Violina aufgrund des Geräusches, das entsteht, wenn man ihn überquer, und das an den Klang einer Violine erinnert.
  2. Marina di Alberese
    Der Strand Marina di Albese ist nicht nur vollkommen kostenlos, sondern auch absolut naturbelassen. Es ist der Strand des Maremma-Naturparks, der sich über acht Kilometer erstreckt und auf dem man durchaus auch mal auf Tiere wie Wildschweine, Füchse und Rehe trifft, die dort nach Nahrung suchen oder sich – man kennt das von sich selbst – im Meer abkühlen.
  3. Roccamare (Castiglione della Pescaia)
    Ein schöner Strand im Norden von Castiglione della Pescaia. Im besten Sinne urban geprägt und gleichzeitig natürlich. Mit sauberem Wasser und einem breiten, langen Sandstrand, den man über einen Weg neben dem Roccamare Resort erreicht. Nach ca. 300 Metern sind Sie da. Und wenn Sie dann nach links gehen und noch ein wenig laufen, finden Sie bestimmt ein ungestörtes Plätzchen. Auch in der Hochsaison.
  4. Spiaggia della Giannella (Orbetello)
    Zwei lange Sandstreifen verbinden die Halbinsel des Monte Argentario mit dem Festland. Einer davon ist der Strand Spiaggia della Giannella, der sich über acht Kilometer Länge und fünf Kilometer Breite zwischen dem Mittelmeer und der „macchia mediterranea“, der immergrünen Pflanzenformation, erstreckt. Die meisten der hier ansässigen Strandbäder fügen sich äußerst diskret und angenehm in ihre Umgebung und sind außerdem zum größten Teil frei zugänglich und sehr sauber. Immer wieder trifft man auf angespülte Stämme und Posidonien. Posidonien sind Meerespflanzen und ein unbestechlicher Hinweis darauf, dass nicht nur der Strand, sondern auch das Wasser hier sauber ist.
  5. Strand Spiaggia della Feniglia (Orbetello)
    Der zweite Sandstreifen, der die Halbinsel des Monte Argentario mit dem Festland verbindet, ist der sechs Kilometer lange Strand von Feniglia. Ein langer, breiter und weitläufiger Strand mit hellem Sand, der in einem Bericht der WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) als einer der schönsten Traumstrände Europas beschrieben wurde. Auch viele junge Italiener und italienische Familien kommen in der Hochsaison an diesen Treffpunkt, um hier ganz entspannt die Seele baumeln zu lassen. Dabei hat man die Wahl zwischen gepflegter Strandkultur und Natur pur. Denn an den Enden des überwiegend naturbelassenen Strandes findet man Bars, Restaurants, eine Badeaufsicht und Sonnenliegen mit Schirmen zum Anmieten. Außerdem Parklätze. Hinter dem Strand befindet sich der wunderschöne Kiefernwald des  Naturschutzgebiets Duna Feniglia, in dem man regelmäßig auch auf Rehe trifft.
  6. Talamone
    Der einzige öffentliche Badestrand von Talamone – „Bagno delle Donne“ – befindet sich am Fuß der Burg, die am höchsten Punkt des Ortes thront. Hier öffnet sich einem eine Traumkulisse: tiefblaues Wasser und weiß aufschäumende Gischt zwischen dunkelgrauen, frei stehenden Felsen. Ins Wasser gehen sollte hier allerdings nur, wer wirklich schwimmen kann. Allen anderen wird empfohlen, die Sonne und den Ausblick zu genießen, am besten unter einem Sonnenschirm, wenn auch nicht dem eigenen. Denn den kann man auf den Felsen sowieso nicht aufstellen. Stattdessen nutzt man die mit ca. sieben Euro pro Tag erschwinglichen Liegen und Sonnenschirme oder begibt sich unter den Schirm eines der Strandclubs mit Bar und Restaurantservice. Die Plätze lassen sich zwar an zehn Fingern abzählen, aber irgendwie reicht es doch immer für alle und die herrliche Landschaft entschädigt für kleine Unannehmlichkeiten. Der Felsvorsprung, auf dem der „bagnino“ – der Bademeister – sitzt, eignet sich übrigens hervorragend als Sprungbrett.
  7. La Cantoniera (Porto Santo Stefano)
    Dieser teils sandige, teils steinige Strand ist nur einen Kilometer von Porto Santo Stefano entfernt. Er ist kostenlos und hat ein sehr nettes Strandcafé, von dem aus man einen herrlichen Blick auf den Ort genießen kann. Neben Sand und Steinen bietet der Strand auch Felsen, von denen ganz besonders Mutige auch immer mal wieder den Sprung ins Wasser wagen.
  8. Principina a mare
    Vor allem für Familien mit kleinen Kindern zu empfehlen! Schon die Straßen im Dorf sind ohne nennenswerte Steigung und von gut ausgebauten Fahrradwegen gesäumt. Auch der breite, feinsandige Strand, von dem aus das Meer sanft abfällt, ist ideal für den Aufenthalt mit Kindern. Berühmt ist hier vor allem der Spiaggia delle Capanne (Strand der Hütten). Die Hütten, die dort stehen, sind aus Treibgut des Ombrone errichtet.
  9. Punta Ala
    Ein langer Strand mit Badeeinrichtungen und Erfrischungspunkten. Um ihn zu erreichen, muss man den weitläufigen Kiefernwald durchqueren, der entlang des oberen Strandsaums verläuft. Ein paradiesischer Platz inmitten der Natur. Der sanft abfallende Meeresboden macht den Strand vor allem für Urlauber mit Kindern zu einem absoluten Lieblingsort.
  10. Castiglione della Pescaia sud
    Ein sehr breiter Strand aus feinem Sand, der zum Meer hin sanft abfällt. Da der Strand sieben Kilometer weit bis zur Marina di Grosseto reicht, finden Sie auch in der Hochsaison noch einen ungestörten Platz für sich, der zu Fuß gut zu erreichen ist. Das Meer ist sauber und die Wellen hier können sich durchaus sehen lassen.
  11. Carbonifera (Follonica)
    Ein Strand mit feinem weißen Sand und Dünen, klarem blauen Wasser, unter dem der Meeresboden sanft abfällt und dahinter einem jahrhundertealten, üppigen Kiefernwald – der Strand von Carbonifera ist das perfekte Ausflugsziel für Familien mit Kindern. Sieht man vom Strand aus aus über das Wasser, sieht man die Inseln Elba und Montecristo, ein Anblick, der an einem klaren Tag umso beeindruckender ist.
  12. Capezzolo (Castiglione della Pescaia)
    Dieser Strand liegt nördlich des malerischen Städtchens Castiglione della Pescaia. Der Zugang ist kostenlos, es gibt Badeeinrichtungen mit Sonnenschirmen und Restaurantservice, das Meer ist friedlich und fällt sanft ab. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn hier und da auf dem Meeresboden kann man durchaus auch mal auf Felsen stoßen.

Civita di Bagnoregio - die sterbende Stadt

Der Name ”die sterbende Stadt” geht auf ein Erdbeben zurück, seit welchem der Tuffstein auf dem sich das Dorf befindet langsam abbröckelt. Das unvergleichliche Stadtbild geprägt von einigen Naturkatastophen wie z.B. Erdabgängen, Überschwemmungen und Erdrutschen wurden überlebt und lassen das Stadtbild so besonders erscheinen. Aufgrund dieser Probleme mussten die Bewohner die Stadt nach und verlassen. Einige Objekte wurden mit der Zeit aufgekauft und saniert. Seitdem gilt Civita als ein beliebtes Tourismusziel. Heute haben nur ca. 20 Menschen ihren festen Wohnsitz dort.

Wie auch viele andere Städte der Toskana wurde die Stadt im Mittelalter von den Etruskern konstruiert und ein großer Teil ihrer Bauten bis heute aufrechterhalten. Civita di Bagnoregio bietet einen unglaublichen Panoramablick über das Tal der Calanchi. Die verwinkelte Altstadt mit den zum Teil zerstörten Türmen, das Stadttor sowie die romanische Kirche auf dem Hauptplatz bewahren die Authentizität Civertas bis heute.

Zudem gibt es schöne Cafes und Restaurants die regionale Küche bieten.

Go to top of page
heartenvelopephone-handsetmap-marker
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram